Mehr als fünf Monate nach Beginn des Iran-Kriegs halten pakistanische Geheimdienstquellen eine limitierte US-Bodenoffensive für immer wahrscheinlicher. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen in Islamabad ignoriert US-Präsident Donald Trump offenbar Warnungen seines eigenen Militärs und erwägt die Einnahme iranischer Küstenregionen. Die Einschätzung stützt sich auf militärische Beobachtungen.
Pakistan als Vermittler zwischen Washington und Teheran
Pakistan spielt im Iran-Krieg eine zentrale Vermittlerrolle zwischen den USA und dem Iran. Gemeinsam mit dem Golfstaat Katar übermitteln sie wieder Vorschläge zwischen den Kriegsparteien. Allerdings strebt die iranische Führung einen dauerhaften Waffenstillstand an und lehnt eine begrenzte Feuerpause ab, wie es aus den Sicherheitskreisen heißt.
Der Konflikt war Anfang Juli im Streit um die strategisch wichtige Straße von Hormus eskaliert, nachdem iranische Streitkräfte Schiffe in der Meerenge beschossen hatten. Das US-Militär bombardierte daraufhin zahlreiche Ziele an der iranischen Südküste. In den vergangenen drei Nächten pausierten die Kriegsparteien ihre Angriffe allerdings wieder.
Iran warnt vor Bodenoffensive und droht mit Vergeltung
Irans Streitkräfte hatten die USA bereits vor einer Bodenoffensive gewarnt. Armeesprecher Amir Akraminia erklärte vor wenigen Tagen: „Das Militär ist darauf vorbereitet.“ Experten halten eine Invasion des US-Militärs im Iran für höchst riskant. Soldaten wären dort Raketen- und Drohnenangriffen ausgesetzt – ohne den Schutz, den Stützpunkte in den Golfstaaten bieten. Die Denkfabrik IISS schätzt die Stärke der iranischen Streitkräfte auf rund 610.000 aktive Soldaten und paramilitärische Kräfte sowie 350.000 Reservisten.
Sollte Trump die Bodenoffensive tatsächlich befehlen, droht eine weitere Eskalation des Konflikts, der bereits weite Teile der Region destabilisiert hat. Die diplomatischen Bemühungen Pakistans und Katars stehen vor einer Zerreißprobe.



