Trump verhängt neue Zollstrafen unter Vorwand der 'Zwangsarbeit'
Trump verhängt Zollstrafen unter Vorwand 'Zwangsarbeit'

US-Präsident Donald Trump hat eine neue Runde von Strafzöllen angekündigt, die zehn bis 12,5 Prozent auf Importe aus einem Dutzend Ländern erheben sollen – darunter erneut die Europäische Union, die bereits mehrere Zollrunden erlitten hat. Als Begründung führte Trump angebliche „Zwangsarbeit“ in diesen Ländern an, ein Vorwurf, der selbst nach Maßstäben seiner eigenen Regierung als provokativ gilt. Die Ankündigung erfolgte am 27. Juli 2026, nur wenige Tage nachdem der Oberste Gerichtshof der USA einen Großteil von Trumps früheren Zöllen für illegal erklärt hatte, da die Verfassung dem Kongress die Kompetenz für solch umfassende Handelsbarrieren zuweist.

Trump liefert neue Begründung

„Zwangsarbeit“ – dieser Begriff, den Trump in seiner Rede nutzte, zielt auf angebliche Praktiken in den betroffenen Staaten ab. Der Präsident behauptete, die Länder unternähmen nicht genug gegen sklavenartige Beschäftigung, wie sie historisch im Dritten Reich, im russischen Gulag oder in der frühen amerikanischen Republik existierte. Europa, das von Trump gern als Freizeitpark oder Industriemuseum verspottet wird, steht nun unter dem Vorwurf, moderne Sklaverei zu dulden. Diese Argumentation ist originell, aber aus Sicht vieler Beobachter absurd: Die USA selbst haben im Vergleich zu Europa deutlich schwächere Arbeitnehmerrechte, wie etwa nur zwei Wochen Jahresurlaub und geringen Kündigungsschutz.

Historischer Vergleich und politische Motive

Trump bleibt seiner Linie treu: Ihm ist der tatsächliche Grund für die Zölle egal, solange er sein „Lieblingsspielzeug“ – die Macht, Zölle willkürlich zu verhängen – nicht verliert. Der Oberste Gerichtshof hatte mit seinem Urteil die Grenzen präsidialer Macht aufgezeigt, doch Trump sucht und findet stets neue Rechtsgrundlagen. Die EU als Dauergast auf seiner Zollliste muss erneut mit wirtschaftlichen Auswirkungen rechnen, wobei die genauen Produktkategorien noch nicht feststehen. Analysten erwarten jedoch, dass die neuen Zölle vor allem Industriegüter und landwirtschaftliche Produkte treffen werden.

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Reaktionen und Auswirkungen

In Brüssel und anderen Hauptstädten der betroffenen Länder herrscht Empörung. Ein Sprecher der EU-Kommission bezeichnete die Vorwürfe als „haltlos und politisch motiviert“. Die EU bereite Gegenmaßnahmen vor, ähnlich wie auf frühere US-Zölle. Ökonomen warnen vor einer Eskalation des Handelskonflikts, der die globale Konjunktur belasten könnte. Die USA selbst sind von den Zöllen nicht immun: Unternehmen, die auf importierte Vorprodukte angewiesen sind, sehen steigende Kosten auf sich zukommen. Die Ankündigung Trumps zeigt einmal mehr, dass der Präsident entschlossen ist, handelspolitische Mittel auch gegen enge Verbündete einzusetzen – und dass keine richterliche Entscheidung ihn langfristig bremsen kann.

Zoll-Manie ohne Grenzen

Der Autor Jens Münchrath kommentiert im Handelsblatt, dass Trump Fantasielosigkeit nicht vorgeworfen werden könne: Der Vorwurf der Zwangsarbeit sei selbst für US-Verhältnisse ungewöhnlich. Doch es gehe nicht um die Plausibilität, sondern um die Durchsetzung von Trumps Agenda. Die neuen Zölle sind ein weiteres Kapitel in einer Serie von Protektionismus, die bereits in seiner ersten Amtszeit begann. Ob die betroffenen Länder diesmal nachgeben oder Gegenmaßnahmen ergreifen, wird die wirtschaftliche Zukunft der transatlantischen Beziehungen entscheidend prägen.

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