Trump vs. Pirro: Streit um Reflecting Pool eskaliert
Trump vs. Pirro: Reflecting-Pool-Streit eskaliert

Der Streit um den Reflecting Pool in Washington hat eine neue Eskalationsstufe erreicht: Ex-Präsident Donald Trump hat seine langjährige Freundin Jeanine Pirro scharf attackiert, nachdem sie in seinem Auftrag gegen vermeintliche „Vandalen“ vorgehen sollte. Das berichtet der Spiegel unter Berufung auf Kreise im Weißen Haus. Ein Krisentreffen im Oval Office soll die Wogen glätten, doch die Verbundenheit der beiden scheint endgültig in Verbitterung umgeschlagen zu sein.

Hintergrund des Konflikts

Der Reflecting Pool, die berühmte Wasserfläche zwischen dem Lincoln Memorial und dem Washington Monument, war in den vergangenen Wochen Schauplatz wiederholter Vandalismusakte geworden. Unbekannte hatten mehrfach Müll und Farbe in das Becken geworfen, was zu erheblichen Schäden führte. Die National Park Service meldete allein im Juli 14 Vorfälle, bei denen insgesamt rund 50.000 Dollar Sachschaden entstanden sein sollen.

Trump, der sich öffentlich mehrfach empört über die Zustände geäußert hatte, beauftragte die ehemalige Staatsanwältin und Fox-News-Moderatorin Jeanine Pirro mit einer Art Sonderermittlung. Pirro, die seit drei Jahrzehnten mit Trump befreundet ist, sollte die Täter ausfindig machen und rechtliche Schritte einleiten. Doch statt Erfolgen gab es offenbar interne Querelen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Pirro gerät ins Visier des Präsidenten

Nach ersten Ermittlungen, die ohne greifbare Ergebnisse blieben, geriet Pirro selbst unter Druck. Trump soll ihr vorgeworfen haben, nicht entschlossen genug vorzugehen und stattdessen „Zeit mit Selbstinszenierung“ zu verschwenden. Laut Spiegel zitierte Trump in einer internen Besprechung: „Sie soll endlich Ergebnisse liefern, statt Interviews zu geben.“ Pirro wies die Kritik zurück und verwies auf fehlende Befugnisse und Ressourcen.

Der Konflikt eskalierte, als Trump öffentlich auf Twitter (inzwischen X) gegen Pirro wetterte und sie als „lame duck“ bezeichnete. Pirro reagierte umgehend mit einem scharfen Gegenschlag und sprach von „Undankbarkeit“ und „falschen Anschuldigungen“. Die einst enge Freundschaft schien endgültig zerbrochen.

Krisentreffen im Oval Office

Um eine weitere Eskalation zu verhindern, kam es am Dienstag zu einem Krisentreffen im Oval Office. Neben Trump und Pirro nahmen auch Stabschefin Susie Wiles und der Rechtsberater des Weißen Hauses teil. Details des Gesprächs wurden nicht offiziell bekannt, doch Insidern zufolge verlief das Treffen „angespannt, aber konstruktiv“. Beide Seiten hätten ihre Positionen dargelegt, eine Einigung stehe jedoch noch aus.

Beobachter werten den Vorgang als Symptom für das angespannte Verhältnis Trumps zu langjährigen Weggefährten. „Wer Trump nahesteht, muss damit rechnen, jederzeit ins Visier zu geraten“, kommentierte der Politikwissenschaftler James Davis von der Georgetown University. „Seine Beziehungen sind oft transaktional und können schnell kippen.“

Auswirkungen und Reaktionen

Der Streit hat auch politische Implikationen: Die Opposition wirft Trump vor, mit der Pirro-Affäre von den eigentlichen Problemen am Reflecting Pool abzulenken. Der zuständige Kongressabgeordnete Jamie Raskin (Demokrat) forderte eine unabhängige Untersuchung der Vandalismusfälle und kritisierte Trumps „Einmischung in laufende Ermittlungen“. Die National Park Service betonte, man arbeite weiterhin mit den örtlichen Behörden zusammen, um die Täter zu fassen.

Für Pirro steht viel auf dem Spiel: Ihre Rolle als Fox-News-Moderatorin könnte durch den Konflikt beschädigt werden. Der Sender wollte sich auf Anfrage nicht äußern, doch Branchenkenner spekulieren über eine mögliche Ablösung. Trump hingegen scheint die Kontroverse zu nutzen, um seine Basis zu mobilisieren – er kündigte bereits an, „durchgreifen“ zu wollen, falls die Vorfälle nicht aufhören.

Blick in die Zukunft

Ob das Krisentreffen nachhaltig Frieden stiftet, bleibt abzuwarten. Beide Seiten zeigten sich öffentlich bemüht, die Wogen zu glätten. Pirro erklärte in einem kurzen Statement, sie wolle „weiterhin für die Wahrheit kämpfen“, während Trump von einem „produktiven Gespräch“ sprach. Doch die Vergangenheit zeigt: Bei Trump können Konflikte schnell wieder aufflammen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Der Reflecting Pool selbst bleibt unterdessen ein Symbol für die politischen Verwerfungen in Washington – ein Ort, der eigentlich zur Besinnung einladen soll, nun aber zum Schauplatz eines Machtkampfes geworden ist, der weit über die Wasseroberfläche hinausreicht.