Kaum ein Tag vergeht, ohne dass eine verrückte Idee aus dem Weißen Haus größtmögliche Irritation im politischen Weltgefüge auslöst. Der jüngste Einfall des Präsidenten: eine Gebühr in Höhe von 20 Prozent des Frachtwertes für die Passage der Straße von Hormus, die an die USA zu entrichten ist.
Schutzgeld-Erpressung als politisches Instrument
Das wirkt nicht nur auf den ersten Blick absurd, weil der Anführer der westlichen Welt sich hier offensichtlich Schutzgeld-erpresserischer Methoden bedient, für die eigentlich das Mullah-Regime bekannt ist. Auch ein zweiter Blick offenbart, dass hier ein Präsident agiert, der diesen Krieg leichtfertig begonnen hat und nun versucht, sein strategisches Versagen mit Aktionismus zu kaschieren.
Dass sein Außenminister vor wenigen Wochen noch mit Vehemenz für die freie Schifffahrt geworben und jegliche Erhebung „völkerrechtswidriger Gebühren oder Zölle“ kategorisch ausgeschlossen hat, sei's drum.
Simulierte Handlungsfähigkeit statt realer Optionen
Für Trump geht es jetzt darum, Handlungsfähigkeit zu simulieren, wo ihm die realpolitischen Optionen ausgehen. Die Chancen, dass der Kriegsherr im Weißen Haus auch nur eines seiner erratisch variierenden Kriegsziele erreicht, stehen denkbar schlecht.



