Trump ernennt „Kampfhund“ Bill Pulte zum neuen US-Geheimdienstkoordinator
Trumps „Kampfhund“ wird neuer US-Geheimdienstchef

Ein enger Vertrauter von US-Präsident Donald Trump hat den einflussreichen Posten des Nationalen Geheimdienstkoordinators übernommen. Trump ernannte den in nachrichtendienstlichen Angelegenheiten unerfahrenen Immobilien-Millionär Bill Pulte am Dienstag zum vorläufigen Nachfolger von Tulsi Gabbard, die kürzlich ihren Rücktritt angekündigt hatte. Pulte gilt als „Kampfhund“ des Präsidenten, weil er Trumps politische Gegner öffentlich attackiert hatte. Die Opposition bezeichnete den 38-Jährigen als völlig ungeeignet für das Amt.

Trump lobt Pultes Erfahrung

Trump schrieb dagegen in seinem Onlinedienst Truth Social, Pulte verfüge über „umfassende Erfahrung im Umgang mit den sensibelsten Angelegenheiten in Amerika, der Sicherheit und Stabilität der Märkte“. Er solle die 18 US-Geheimdienste bis auf Weiteres leiten. Erfahrungen mit Nachrichtendiensten kann Pulte allerdings nicht vorweisen. Trotz der arbeitsintensiven Rolle als Geheimdienstkoordinator behält er nach Angaben des Präsidenten seine bisherigen Posten.

Pultes bisherige Karriere

Der Erbe des Wohnungsbaukonzerns PulteGroup ist seit Trumps erneutem Amtsantritt vor gut 16 Monaten Vorsitzender der Bundesaufsicht für Immobilienkredite (Federal Housing Finance Agency, FHFA), die 2008 nach der Hypothekenkrise in den USA gegründet wurde. Zudem steht Pulte den staatlichen Hypothekenfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac vor. Dort verwalte er Werte von über zehn Billionen US-Dollar, erklärte der Präsident.

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Scharfe Kritik der Opposition

Politiker der oppositionellen Demokraten verurteilten Trumps Personalentscheidung auf das Schärfste. Der Minderheitsführer der Partei im Senat, Chuck Schumer, erklärte, Pulte könne angesichts weltweiter Bedrohungen „nicht damit beauftragt werden, unsere nationale Sicherheit zu schützen“. Der stellvertretende Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Senat, der Demokrat Mark Warner, nannte Pulte einen eifrigen Vollstrecker von Trumps Plan, „politische Vergeltung“ an Widersachern zu üben.

Pultes umstrittene Aktionen

Im Auftrag Trumps hatte Pulte unter anderem die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James des Betrugs mit Hypothekenanträgen beschuldigt, nachdem sie gegen Trump ermittelt hatte. Ähnliche Vorwürfe erhob Pulte gegen die Gouverneurin der US-Notenbank Fed, Lisa Cook, deren Entlassung Trump betrieb. Cook setzte sich gegen ihren Rauswurf juristisch zur Wehr, der Fall liegt derzeit beim Obersten US-Gericht. Pulte ist auch wegen seiner Rolle bei den Hypothekenbanken umstritten. Im November hatte er bei Fannie Mae Dutzende Ethik-Mitarbeiter gefeuert und dies mit dem Kampf gegen angeblich linke Gleichstellungsprogramme (DEI) begründet. Medienberichten zufolge untersuchten die internen Aufseher aber Vorwürfe gegen Pulte selbst. Zuvor hatte sich Pulte mit seinen Angehörigen über die Zukunft des Familienunternehmens PulteGroup überworfen, das sein Großvater gegründet hatte. Er verließ den Vorstand im Jahr 2020.

Rücktritt von Gabbard

Die bisherige Geheimdienstdirektorin Gabbard hatte ihren Rücktritt am 22. Mai mit einer Krebserkrankung ihres Mannes begründet. Zudem waren Zweifel an ihrer Loyalität gegenüber Trump im Iran-Krieg laut geworden. Gabbard war bereits die vierte Frau, die binnen Monaten aus Trumps Kabinett ausschied. Sie stand seit Amtsübernahme Anfang 2025 in der Kritik, da sie den russischen Angriffskrieg in der Ukraine verteidigt hatte.

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