Der ukrainische Geheimdienst SBU hat sich zu einem nächtlichen Angriff auf russische Öldepots in der Südrussland-Region Stawropol und im Hafen Kawkas bekannt. Nach eigenen Angaben wurden drei Lagertanks an einer Ölverladestelle im Hafen Kawkas in der Schwarzmeer-Region Krasnodar getroffen. Zudem attackierte die Ukraine zwei russische Patrouillenboote im Schwarzen Meer sowie Autofähren in Kertsch auf der annektierten Halbinsel Krim und im Hafen Kawkas.
Drohnenangriff auf Schiffe im Asowschen Meer
Der Chef der ukrainischen Drohnenstreitkräfte erklärte, die Armee habe in der Nacht 15 russische Schiffe im Asowschen Meer getroffen, darunter sieben Tankschiffe. Die Angaben zu den Schäden ließen sich unabhängig nicht überprüfen. Der Gouverneur von Stawropol bestätigte einen Angriff auf eine Industrieanlage, machte aber keine Angaben zum genauen Ziel.
Die verstärkten Angriffe der Ukraine auf die russische Ölindustrie haben in Russland zu massiven Treibstoffengpässen geführt. Die Ukraine setzt damit ihre Strategie fort, die russische Energieinfrastruktur zu schwächen, um den Angriffskrieg gegen das Land zu behindern.
Russischer Angriff auf Frachter bei Odessa
Russland griff unterdessen einen Mineraldünger-Frachter nahe Odessa an. Nach Angaben des stellvertretenden ukrainischen Ministerpräsidenten Oleksij Kuleba wurden drei Besatzungsmitglieder getötet und fünf weitere verletzt. Das Schiff unter der Flagge Togos wurde während des Entladens getroffen.
In Odessa selbst zerstörte oder beschädigte der nächtliche Angriff mehr als ein Dutzend Busse in einem Fuhrpark. Odessas Gouverneur Oleh Kiper berichtete zudem von Schäden an Wohnhäusern und einem Sanatorium. Mindestens fünf Menschen wurden verletzt.
Hintergrund der ukrainischen Offensive
Die Ukraine hat in den vergangenen Wochen ihre Angriffe auf russische Energieanlagen intensiviert. Ziel ist es, die Treibstoffversorgung der russischen Armee zu stören und die Kriegswirtschaft des Kreml zu treffen. Die jüngste Operation des SBU zeigt, dass die Ukraine auch tief im russischen Hinterland zuschlagen kann.
Russland reagiert mit verstärkten Angriffen auf die ukrainische Hafeninfrastruktur, um die Exportwege des Landes zu blockieren. Der Angriff auf den Frachter bei Odessa ist Teil dieser Strategie.



