Ukrainische Angriffe auf Mariupol: Hafen ohne Strom
Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben mehrere Einrichtungen im russisch besetzten Hafen von Mariupol attackiert und dessen Kapazitäten erheblich eingeschränkt. Wie die Drohnenstreitkräfte Kiews mitteilten, sei der Hafen nach Angriffen auf die Energie-, Reparatur- und Verwaltungsinfrastruktur ohne Strom. Dadurch sei die Nutzung des Standorts als militärischer Logistikknotenpunkt „erheblich eingeschränkt“. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Autobombe bei Moskau: Offenbar General getötet
Unweit der russischen Hauptstadt Moskau ist ein Mann durch eine Autobombe getötet worden. Die Explosion ereignete sich nach Angaben des Staatlichen Ermittlungskomitees gegen 5.30 Uhr Ortszeit in einem fahrenden BMW. Es sei ein Verfahren eingeleitet worden, wobei offen blieb, in welche Richtung ermittelt wird. Laut Informationen der Tageszeitung „Kommersant“ wurde die Bombe aus bis zu einem halben Kilogramm Sprengstoff unter dem Fahrzeugboden angebracht. Unbestätigten Berichten ukrainischer und russischer Blogger zufolge handelt es sich bei dem Toten um einen Oberst oder General der russischen Raketentruppen. Die mutmaßliche Adresse des 57-Jährigen in Balaschicha stand bereits seit 2023 auf einer öffentlich einsehbaren Feindliste der Ukraine. Im April 2025 war bereits ein General des russischen Generalstabs in der Stadt durch eine Autobombe ums Leben gekommen.
EU plant Einreiseverbot für russische Ukraine-Kämpfer
Die EU-Kommission will ehemaligen russischen Kämpfern die Einreise in die Europäische Union verwehren. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schlug vor, „allen Personen, die seit Beginn des Krieges in den russischen Streitkräften gedient haben, die Einreise in die Europäische Union zu verwehren“. Die Maßnahme ist Teil eines weiteren Sanktionspakets, das auch die russischen Öleinnahmen begrenzen soll. So soll die automatische Anpassung des Ölpreisdeckels bis Januar 2027 ausgesetzt werden, um eine Erhöhung der Preisobergrenze zu vermeiden. Zudem sollen 30 weitere Schiffe der sogenannten russischen Schattenflotte auf die Sanktionsliste gesetzt werden. Die Maßnahmen müssen noch von den 27 Mitgliedstaaten beschlossen werden.
Kieler IfW schlägt Strafzoll auf Russland-Handel vor
Wirtschaftsforscher des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) schlagen einen Strafzoll auf den verbliebenen Handel zwischen der EU und Russland vor. Mit den Einnahmen solle die Ukraine unterstützt werden. Ein solcher „Ukraine-Unterstützungszoll“ könne jährlich zwischen elf und 16 Milliarden Euro einbringen. Vorgeschlagen werden Zollsätze von 30 bis 50 Prozent auf EU-Einfuhren aus Russland, ergänzt durch eine Abgabe auf EU-Exporte nach Russland. Die Einnahmen könnten zur Finanzierung der militärischen Verteidigung, des Wiederaufbaus und für humanitäre Hilfe in der Ukraine beitragen.
Weitere Entwicklungen
- Drohnenangriffe auf Russland: Bei massiven ukrainischen Drohnenangriffen wurde auf der Krim ein historisches Museum in Sewastopol getroffen. In Russland selbst gab es Angriffe auf Energie- und Industrieinfrastruktur. Die russische Luftabwehr schoss nach eigenen Angaben 326 ukrainische Drohnen ab.
- Selenskyj trifft baltische und nordische Regierungschefs: Der ukrainische Präsident nahm in Tallinn am Gipfeltreffen der NB8-Staaten teil. Die Gruppe zählt zu den größten Unterstützern der Ukraine und hat Hilfe im Wert von über 42 Milliarden Euro bereitgestellt.
- Polen kritisiert Ausschluss aus Ukraine-Gesprächen: Ministerpräsident Donald Tusk sagte, Vereinbarungen ohne polnische Beteiligung würden nicht respektiert. Bundeskanzler Friedrich Merz habe ihn über das Treffen in London informiert.
- Geschichtsstreit zwischen Polen und Ukraine: Die Ehrung der ukrainischen Untergrundkämpfer UPA durch Selenskyj sorgt in Polen für Empörung. Präsident Nawrocki erwägt, Selenskyj den polnischen Weiße-Adler-Orden abzuerkennen.
- Nordkorea profitiert vom Ukraine-Krieg: Laut südkoreanischen Analysten könnte Nordkorea durch militärische Zusammenarbeit mit Russland bis zu 12,6 Milliarden Euro eingenommen haben.
Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen die russische Invasion. Die Angaben der Regierungen und Armeen sowie Bilder und Videos aus der Region lassen sich teilweise nicht unabhängig verifizieren.



