Iran-Krieg: USA starten nach Tod von Soldaten neue Angriffe auf Iran
USA starten nach Soldatentod neue Angriffe auf Iran

Die USA haben nach dem Tod zweier US-Soldaten bei einem iranischen Angriff in Jordanien neue Militärschläge gegen den Iran eingeleitet. Das US-Zentralkommando (Centcom) bestätigte in der Nacht zum Samstag Angriffe auf militärische Infrastruktur, unterirdische Waffenlager und Überwachungsanlagen im Iran. Es war die siebte Angriffsnacht in Folge. Zuvor waren am Freitag zwei US-Soldaten in Jordanien getötet worden, ein weiterer wird vermisst. Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben damit eine neue Eskalationsstufe erreicht.

Iran setzt Rahmenabkommen mit den USA aus

Als Reaktion auf die US-Angriffe hat die Regierung in Teheran das Mitte Juni geschlossene Rahmenabkommen mit den USA ausgesetzt. Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi erklärte im iranischen Staatsfernsehen: „Wir sind mit der Verteidigung des Landes beschäftigt. Leider haben die Amerikaner mit ihren aggressiven Maßnahmen gegen ihre Verpflichtungen aus der Absichtserklärung von Islamabad verstoßen.“ Das Abkommen sollte den Weg für ein dauerhaftes Kriegsende ebnen und sah unter anderem die Öffnung der Straße von Hormus vor. Die Waffenruhe, die seit Anfang April galt, war Anfang Juli gebrochen worden.

Gleichzeitig griff das israelische Militär nach eigenen Angaben eine Hisbollah-Zelle im Südlibanon an. Zuvor waren in der Gegend um Tebnit eine Drohne sowie Kämpfer der Miliz entdeckt worden. Die Luftwaffe habe die Islamisten attackiert, um eine Bedrohung für israelische Soldaten abzuwenden. Die Hisbollah habe damit gegen die geltende Waffenruhe verstoßen. Eine Stellungnahme der libanesischen Miliz lag zunächst nicht vor.

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Kuwait meldet Schäden an Öl- und Stromversorgung

Der mit den USA verbündete Golfstaat Kuwait verurteilte die iranischen Angriffe scharf. Die staatliche Nachrichtenagentur Kuna berichtete unter Berufung auf den Ölkonzern Kuwait Petroleum Corporation von iranischen Angriffen auf einen „bedeutenden“ Standort des Ölsektors. Dabei sei erheblicher Sachschaden entstanden und mehrere Menschen verletzt worden. Zudem wurde eine Anlage zur Stromerzeugung und Meerwasserentsalzung getroffen. Ein Feuer brach aus, mehrere Generatoren wurden vorsorglich abgeschaltet. Das Ministerium für Elektrizität rief die Bevölkerung zu sparsamem Stromverbrauch auf. In Kuwait stammen etwa 90 Prozent des Trinkwassers aus Entsalzungsanlagen.

Das kuwaitische Verteidigungsministerium erklärte, der Iran habe nicht nur Militär- und Sicherheitseinrichtungen, sondern auch zivile Ziele ins Visier genommen, darunter „Anlagen zur Öl-, Strom- und Wasserversorgung“. Die Luftabwehr habe mehrere ballistische Raketen und Drohnen abgefangen.

USA raten Staatsbürgern weltweit zur Vorsicht

Das US-Außenministerium rief amerikanische Staatsbürger angesichts der verschärften Spannungen im Nahen Osten weltweit zu „erhöhter Vorsicht“ auf. Die Warnung gelte insbesondere für Personen im Nahen Osten. Die Sicherheitslage bleibe komplex, es bestehe die Gefahr einer „unvorhergesehenen Eskalation“. Auch außerhalb des Nahen Ostens seien diplomatische Einrichtungen der USA bereits ins Visier geraten. Gruppen, die den Iran unterstützten, könnten weitere Orte in den Fokus rücken, die mit den USA oder US-Amerikanern in Verbindung stünden.

Vereinigte Arabische Emirate fordern Stopp der Eskalation

Die Vereinigten Arabischen Emirate forderten angesichts der jüngsten Eskalation ein „sofortiges Ende der Feindseligkeiten sowie eine rasche Rückkehr an den Verhandlungstisch“. Ohne die Kriegsparteien USA und Iran namentlich zu nennen, mahnte das Außenministerium auf der Plattform X äußerste Zurückhaltung an, „um gefährliche Auswirkungen und ein Abgleiten der Region in ein neues Ausmaß an Gewalt und Instabilität zu verhindern“. Angriffe auf zivile Infrastruktur wie Schulen, Krankenhäuser oder Entsalzungsanlagen stellten einen Verstoß gegen das Völkerrecht dar.

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Schiffsverkehr in der Straße von Hormus stark eingeschränkt

Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus ist nach den wieder aufgenommenen gegenseitigen Angriffen fast zum Erliegen gekommen. Laut Daten des Anbieters Kpler passierten am Donnerstag nur acht Schiffe die Meerenge – der niedrigste Wert seit drei Wochen. Vor Kriegsbeginn Ende Februar waren es im Schnitt mehr als 100 Schiffe täglich. Die iranischen Revolutionsgarden gaben an, vier Tanker in der Straße von Hormus aufgehalten zu haben, die versucht hätten, die Meerenge zu passieren.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, warnte vor einer Dünger-Knappheit infolge der Blockade. Zwar sei ein physischer Engpass bislang ausgeblieben, „aber die Stickstoffpreise verharren strukturell auf hohem Niveau, und die Vorräte für die neue Saison sind gefährlich gering“, so Rukwied. Er befürchte, dass die Preise erneut deutlich anziehen könnten.

Humanitäre Lage: Wasserversorgung im Iran unterbrochen

Nach US-Angriffen im Süden des Irans ist die Trinkwasserversorgung für mindestens 10.000 Menschen unterbrochen. Die Bombardierung einer Meerwasserentsalzungsanlage in der Küstenregion Dschask traf 20 Dörfer. Angesichts von Temperaturen weit über 40 Grad sind Attacken auf die Wasserversorgung besonders gravierend.

Im Gazastreifen wurden bei israelischen Angriffen mindestens neun Menschen getötet, darunter mehrere Kinder. Der Direktor des Schifa-Krankenhauses, Mohammed Abu Selmija, erklärte, fünf Menschen seien in einer Wohnung im Stadtteil Nasr getötet worden, darunter Kinder im Alter zwischen acht und 18 Jahren. Sechs weitere Menschen wurden verletzt. Das israelische Militär erklärte, es habe einen Hamas-Terroristen ins Visier genommen.

Revolutionsgarden rufen Jordanier zum Kampf gegen USA auf

Die iranischen Revolutionsgarden riefen die Bewohner Jordaniens zum Kampf gegen die USA auf. „Eure religiöse und menschliche Pflicht besteht darin, sie mit allen Mitteln außer Gefecht zu setzen und das heilige Land Jordanien von den Mördern unterdrückter Muslime zu säubern“, hieß es in einer Erklärung. Die Revolutionsgarden reklamierten Raketenangriffe auf einen von den USA genutzten Luftwaffenstützpunkt in Jordanien, bei dem unter anderem Schutzbunker für US-Kampfflugzeuge getroffen worden seien.

Der libanesische Präsident Joseph Aoun reiste unterdessen auf Einladung von US-Präsident Donald Trump nach Washington. Geplant sind ein Gipfeltreffen im Weißen Haus und Beratungen über die Lage im Libanon, die Festigung der Waffenruhe und den Rückzug Israels von libanesischem Gebiet.