Wadephul drängt auf Ölpreisdeckel als Teil des 21. EU-Sanktionspakets
Bundesaußenminister Johann Wadephul hat vor den Beratungen der EU-Außenminister in Brüssel ein neues Sanktionspaket gegen Russland gefordert. „Ich erwarte, dass wir uns in dieser Woche auf ein 21. Sanktionspaket verständigen sollten“, sagte der CDU-Politiker. Besonders wichtig sei ihm ein Ölpreisdeckel: „Das ist ein sehr wirkungsvolles Instrument. Ich bin zuversichtlich, dass das in dieser Woche gelingt.“
Die Forderung kommt zu einem Zeitpunkt, da die EU laut einem Bericht der „Financial Times“ im ersten Halbjahr 2026 eine Rekordmenge an russischem Flüssiggas (LNG) importiert hat. Daten des Analyseunternehmens Kpler zeigen, dass die Importe aus dem Yamal-Projekt um 18 Prozent auf rund 9,89 Millionen Tonnen gestiegen sind. Hauptabnehmer waren Frankreich (3,6 Mio. Tonnen), Belgien (2,9 Mio. Tonnen) und Spanien (2,7 Mio. Tonnen). Nach Schätzungen der Nichtregierungsorganisation Urgewald könnten die Lieferungen die europäischen Abnehmer bis zu 6 Milliarden Euro gekostet haben – und das nur wenige Monate vor Inkrafttreten eines EU-Importverbots für russisches Gas.
Großbritannien sanktioniert russische Cyber-Netzwerke
Großbritannien hat neue Sanktionen gegen Russland verhängt, die sich gezielt gegen Cyber-Netzwerke richten. Die Regierung in London wirft diesen Netzwerken vor, Chaos und Spaltung in Europa säen zu wollen. Betroffen sind 24 Personen und Organisationen, die hinter „destruktiven Cyber- und Hybridoperationen“ stehen sollen, wie die britische Regierung mitteilte. Darunter befinden sich Cyberkriminelle mit Verbindungen zu russischen Geheimdiensten sowie führende Vertreter des russischen Militärgeheimdienstes GRU, denen die Leitung von Cyber- und Hybridangriffen vorgeworfen wird.
Parallel dazu kündigte Frankreich an, den russischen Botschafter in Paris wegen einer Cyber-Hacking-Kampagne gegen europäische Staaten einbestellen zu wollen. Außenminister Jean-Noël Barrot sagte dem Sender BFM TV: „Wir werden heute eine breit angelegte Cyber-Kampagne Russlands öffentlich verurteilen, die auf Sabotage und Spionage gegen ein Dutzend Länder abzielte.“ Frankreich werde zudem Sanktionen gegen neun russische Personen und vier Organisationen verhängen und wirft dem russischen Inlandsgeheimdienst FSB vor, die Angriffe organisiert zu haben.
Ukrainische Drohnen treffen 15 russische Schiffe im Asowschen Meer
Ukrainische Drohnen haben in der Nacht zum Montag nach Militärangaben 15 russische Schiffe im Asowschen Meer getroffen. Darunter seien sieben Tanker, teilte der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, über Telegram mit. Damit steige die Gesamtzahl der in den vergangenen acht Tagen getroffenen Schiffe auf 105. Die Ukraine hatte zuvor bereits gemeldet, am Sonntag 14 russische Schiffe attackiert zu haben, darunter zehn Tanker und vier Fähren.
Russland bestätigte teilweise die Angriffe, nannte aber geringere Zahlen. Der Gouverneur der Region Rostow, Juri Sljusar, erklärte auf Telegram, eine ukrainische Drohne habe einen leeren Tanker getroffen, als dieser in den Kanal zwischen Asowschem Meer und Schwarzem Meer einfuhr. Ein dadurch verursachtes Feuer sei unter Kontrolle gebracht worden, eine Ölpest habe nicht gedroht.
Russland greift Hafen Tschornomorsk an – Betrieb eingestellt
Der ukrainische Agrarkonzern Kernel hat den Betrieb seiner Hafenanlagen in Tschornomorsk am Schwarzen Meer nach schweren Beschädigungen durch russische Raketen- und Drohnenangriffe eingestellt. Bei den Angriffen von Freitag bis Sonntag seien Lager- und Umschlagsanlagen unter anderem für Getreide und Sonnenblumenöl beschädigt worden, teilte das Unternehmen mit. Wann der Betrieb wieder aufgenommen werden könne, sei unklar. Das russische Verteidigungsministerium erklärte hingegen, die Angriffe hätten Infrastruktur gegolten, die für Militärgüter der ukrainischen Streitkräfte genutzt werde.
FSB vereitelt angeblich ukrainische Drohnenangriffe auf Luftwaffenstützpunkte
Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat nach eigenen Angaben eine Reihe geplanter ukrainischer Drohnenangriffe auf zwei Luftwaffenstützpunkte tief in Russland vereitelt. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf eine Erklärung des FSB meldet, sollen ukrainische Geheimdienste Angriffe auf die Stützpunkte Schagol im Ural und Ukrainka im Fernen Osten geplant haben. Die mutmaßlichen Täter seien festgenommen worden. Demnach habe die Ukraine Ballons und Drohnen genutzt, um Behälter mit weiteren Drohnen in die russische Grenzregion Brjansk zu transportieren.
Deutschland finanziert 50.000 Kampfdrohnen für die Ukraine
Deutschland finanziert einem Insider zufolge die Anschaffung von 50.000 Kampfdrohnen für die Ukraine. Es handelt sich um einen der größten bekannten Drohnenkäufe eines westlichen Staates für das Land. Der Auftrag hat einen Wert von rund 90 Millionen Euro, wie der Chef des US-Rüstungssoftwareunternehmens Auterion, Lorenz Meier, der Nachrichtenagentur Reuters bestätigte. Die Drohnen des ukrainischen Herstellers SkyFall sind mit einer Software von Auterion zur automatischen Zielverfolgung ausgestattet. SkyFall bestätigte die Beteiligung Deutschlands, äußerte sich jedoch nicht zu Details.
Selenskyj schlägt Ablösung von Ministerpräsidentin Swyrydenko vor
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Ablösung von Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko vorgeschlagen. Er danke Swyrydenko für ihre Arbeit und habe ihr eine neue Aufgabe bei den Beziehungen zu einem wichtigen Partner angeboten, teilte Selenskyj auf der Plattform X mit. Er erwarte, dass das Parlament den entsprechenden Änderungen in der Regierung zustimme. Weitere Details gab er zunächst nicht bekannt.
Klitschko warnt vor Eskalation: Schlimmste Angriffe seit Kriegsbeginn
Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko sprach angesichts mehrerer schwerer russischer Luftangriffe in den vergangenen Tagen von einer weiteren Eskalation des Ukraine-Kriegs durch Moskau. „Die Angriffe mit russischen ballistischen Raketen sind schlimmer als je zuvor“, sagte er der Zeitung „Bild am Sonntag“. Innerhalb einer Woche hat das russische Militär Kiew dreimal schwer aus der Luft angegriffen, wobei Dutzende Menschen ums Leben kamen und mehr als 100 verletzt wurden. Die Einschläge haben viele Wohnhäuser beschädigt oder ganz zerstört.



