Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) sorgt mit einem Auftritt in der ZDF-Satiresendung „heute show“ für Kontroversen. In einem Sketch, der in einem Fahrstuhl spielt, vergleicht er das Völkerrecht mit einem Kaugummi – eine Aussage, die ihm scharfe Kritik eingebracht hat.
Der Sketch im Detail
Der Beitrag zeigt Wadephul zusammen mit dem Comedian Fabian Köster, der einen Fahrstuhlführer mimt. Auf die Frage, ob das Völkerrecht dehnbar sei, antwortet Wadephul: „Völkerrecht ist wie Kaugummi – man kann es kauen, dehnen und manchmal klebt es auch.“ Die Szene ist Teil der Rubrik „Fahrstuhlgeschichten“, in der Köster prominente Gäste mit ungewöhnlichen Fragen konfrontiert.
Reaktionen und Kritik
Die Äußerung stößt auf Unverständnis. Der außenpolitische Sprecher der Grünen, Jürgen Trittin, sagte dem SPIEGEL: „Herr Wadephul sollte sich bewusst sein, dass Völkerrecht kein Spielzeug ist. Seine Wortwahl ist geschmacklos und gefährdet das Ansehen Deutschlands in der internationalen Gemeinschaft.“ Auch in den sozialen Medien wird die Aussage kritisiert. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes betonte, der Minister habe die Aussage im Kontext der Satire getroffen und nehme das Völkerrecht sehr ernst.
Hintergrund: Wadephuls Rolle als Außenminister
Johann Wadephul ist seit Dezember 2021 Bundesaußenminister. Der CDU-Politiker gilt als erfahrener Außenpolitiker, war zuvor unter anderem Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses. In seiner Amtszeit setzte er sich für eine Stärkung des Völkerrechts ein, etwa im Ukraine-Krieg. Der Sketch wirft nun Fragen nach der Ernsthaftigkeit seiner Position auf.
Die „heute show“ als Bühne für Politiker
Die ZDF-Satiresendung „heute show“ unter der Leitung von Oliver Welke hat in der Vergangenheit immer wieder Politiker zu Gast. Ziel ist es, politische Themen humorvoll zu beleuchten. Wadephul ist nicht der erste Minister, der sich in der Sendung präsentiert. Kritiker bemängeln jedoch, dass solche Auftritte die Grenze zwischen Satire und politischer Ernsthaftigkeit verwischen.
Bislang hat Wadephul nicht persönlich auf die Kritik reagiert. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes erklärte, der Minister stehe zu seinem Auftritt und sehe darin keine Herabwürdigung des Völkerrechts. Die Debatte zeigt jedoch, wie sensibel das Thema in der aktuellen politischen Lage ist.



