Angesichts der verheerenden Waldbrände in Westeuropa hat Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) eindringlich zu mehr Engagement im Klimaschutz aufgerufen. „Der Klimawandel ist bereits schmerzhafte Realität und er trifft unseren Kontinent besonders stark“, erklärte der Minister in Berlin. Er betonte, dass jetzt die Zeit für Brandbekämpfung, Nothilfe und europäische Solidarität sei. Zugleich müsse es darum gehen, den gefährlichen Klimawandel zu stoppen, damit Hitze, Dürre und Waldbrände in Zukunft nicht noch schlimmer werden.
Schneider: Erneuerbare Energien dürfen nicht gebremst werden
Schneider unterstrich die Dringlichkeit von Klimaschutzmaßnahmen: „Der Ausbau der erneuerbaren Energien und anderer Klima-Lösungen darf jetzt nicht gebremst werden, sondern muss volle Vorfahrt bekommen.“ Dies sei ein Gebot ökonomischer Vernunft, aber auch der Schutz von Menschen und ihrer Heimat. Der Minister verwies darauf, dass die Waldbrände in Frankreich und Spanien bereits Hunderttausende Menschen in Gefahr gebracht hätten.
Umbau der Wälder und neuer Umgang mit Wasser
Schneider forderte zudem langfristige Anpassungen: „Wir haben noch die Chance, unsere Umwelt besser vorzubereiten auf die neue Realität.“ Dazu gehöre der Umbau der Wälder von Monokulturen in klimastabilere Mischwälder sowie ein Paradigmenwechsel im Umgang mit Wasser. „Dafür müssen wir gemeinsam arbeiten, national und international.“
Über das Wochenende hatten sich die Brände im Großraum Bordeaux im Südwesten Frankreichs dramatisch zugespitzt. Nach Angaben der Behörden wurden seit Mittwoch rund 220.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Der größte Waldbrand der Region hat inzwischen etwa 42.000 Hektar Wald und Buschland zerstört. Zugleich wüten Waldbrände in Spanien, die ebenfalls zahlreiche Evakuierungen erforderlich machten.
Zahlen und Fakten der Brände
Laut französischen Behörden handelt es sich um die schwersten Waldbrände in der Region seit Jahrzehnten. Die Einsatzkräfte kämpfen unermüdlich gegen die Flammen, unterstützt von Löschflugzeugen aus mehreren EU-Ländern. In Spanien sind unter anderem die Regionen Extremadura und Kastilien-León betroffen. Die EU hat ihre Zivilschutzmechanismen aktiviert.



