Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich nach dem Angriff auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin zu Wort gemeldet und die Tat als „Angriff auf unsere Gesellschaft“ bezeichnet. In einem schriftlichen Statement, das am Sonntagnachmittag veröffentlicht wurde, verurteilte er die Gewalttat aufs Schärfste. Zuvor hatte bereits Bundesinnenministerin Nancy Faeser Stellung bezogen. Der mutmaßliche Täter, ein 27-jähriger Mann, wurde bei einem Polizeieinsatz im Berliner Ortsteil Spandau erschossen. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat dauern an.
Das Statement des Bundeskanzlers
„Der feige Angriff auf friedliche Teilnehmer des Christopher Street Day ist nicht nur ein Verbrechen gegen einzelne Menschen, sondern ein Angriff auf unsere gesamte Gesellschaft und ihre Werte von Toleranz und Vielfalt“, erklärte Merz. Er dankte den Einsatzkräften, die den Täter nach einer Verfolgungsjagd gestellt hätten. „Wir werden nicht zulassen, dass Hass und Gewalt unseren Zusammenhalt zerstören“, so der Kanzler weiter. Das Statement wurde um 16:08 Uhr veröffentlicht, zeitgleich mit einer Pressekonferenz des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner und des Innenpolitikers Alexander Dobrindt.
Reaktionen aus der Politik
Neben Merz äußerten sich mehrere Spitzenpolitiker entsetzt. „Die Attacke auf den CSD ist ein Anschlag auf die Freiheit aller Bürger“, sagte Wegner in der Pressekonferenz. Dobrindt sprach von einem „geplanten und brutalen Akt“. Die Berliner Polizei bestätigte, dass der Täter bei einer Straßenkontrolle in Spandau die Beamten mit einer Schusswaffe bedrohte und daraufhin erschossen wurde. Der CSD selbst erklärte, man sei „tief erschüttert“ und forderte eine lückenlose Aufklärung sowie Schutzmaßnahmen für künftige Veranstaltungen.
Ermittlungen zum Täter
Nach Angaben der Sicherheitsbehörden handelte es sich bei dem Getöteten um einen deutschen Staatsbürger, der bereits wegen rechtsextremer Äußerungen polizeibekannt war. Er soll während der CSD-Parade in Berlin-Mitte mit einem Messer auf Teilnehmer eingestochen und mehrere Menschen verletzt haben. Zwei der Opfer schweben in Lebensgefahr. Die Generalstaatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen. Wie die Berliner Zeitung berichtet, wurde der Täter von Passanten verfolgt, bevor die Polizei ihn stellen konnte. Der Innenausschuss des Bundestages soll in einer Sondersitzung über die Sicherheitslage beraten.



