Grüne Männer entdecken Muskeln und PS: Neues Manifest gegen Rechtsruck
Grüne Männer entdecken Muskeln und PS: Manifest gegen Rechts

Führende Politiker der Grünen haben ein Manifest für ein neues Männerbild vorgelegt, das mit dem bisherigen Softie-Image der Partei bricht. Kernpunkte: Männer dürfen künftig im Fitnessstudio trainieren, PS-starke Autos fahren und den „Playboy“ lesen – alles als Mittel gegen den gesellschaftlichen Rechtsruck. Das berichtet der SPIEGEL unter Berufung auf ein internes Papier, das von mehreren Bundestagsabgeordneten verfasst wurde.

Neue Leitlinien für grüne Männlichkeit

Das Manifest mit dem Titel „Starke Männer für eine starke Demokratie“ wurde von einer Gruppe um den Grünenabgeordneten Joswig initiiert. Es fordert ein Ende der „Hygienezonen“ in der Männlichkeitsdebatte und plädiert für eine offensive Auseinandersetzung mit traditionellen Männlichkeitsbildern. „Wir müssen raus aus der Defensive und Männlichkeit neu besetzen – nicht als Bedrohung, sondern als Kraft für den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, zitiert der SPIEGEL aus dem Papier.

Reaktionen und Kontroversen

Innerhalb der Partei stößt das Manifest auf geteilte Reaktionen. Während konservative Kreise die Initiative begrüßen, warnen Feministinnen vor einer Rückkehr zu überholten Rollenbildern. Die Grünen-Vorsitzende äußerte sich zurückhaltend: „Wir diskutieren über Inhalte, nicht über Äußerlichkeiten.“ Ein Sprecher der Jugendorganisation kritisierte den Vorstoß als „populistischen Ablenkungsmanöver“.

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Hintergrund: Rechtsruck als Treiber

Laut SPIEGEL sehen die Initiatoren die Debatte vor dem Hintergrund eines wachsenden Rechtsrucks in Deutschland. „Wenn wir junge Männer nicht erreichen, tun es die Rechten“, warnt Joswig. Das Manifest schlägt konkrete Maßnahmen vor: mehr männliche Vorbilder in der Partei, gezielte Ansprache von Männern in sozialen Medien und eine Enttabuisierung von Themen wie Körperkult und Statussymbolen.

Kritik aus den eigenen Reihen

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, die namentlich nicht genannt werden wollte, bezeichnete das Manifest als „peinlichen Versuch, mit der Zeit zu gehen“. Sie betonte: „Unsere Stärke liegt in der Vielfalt, nicht in der Anpassung an Klischees.“ Auch der Koalitionspartner SPD zeigte sich irritiert. Ein Sprecher erklärte: „Wir haben wichtigere Probleme zu lösen als das Image grüner Männer.“

Auswirkungen auf die Wählerschaft

Ob der Kurswechsel bei den Wählern ankommt, ist ungewiss. Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa sehen 62 Prozent der Befragten die Grünen als „zu weich“ in der Männerpolitik. Das Manifest könnte hier gegensteuern – oder die Partei weiter spalten. Die öffentliche Debatte ist jedenfalls eröffnet.

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