Die Zahl der Klagen von Schutzsuchenden gegen abgelehnte Asylanträge ist in Deutschland drastisch gestiegen. Laut einer Auswertung der Deutschen Richterzeitung verdoppelte sich die Zahl der eingegangenen Verfahren an den Verwaltungsgerichten von 2023 bis 2025.
Wurden 2023 noch 71.885 Klagen eingereicht, stieg die Zahl 2024 auf 100.494 und erreichte 2025 mit 143.221 Klagen einen neuen Höchststand. Der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbundes, Sven Rebehn, bezeichnete die Entwicklung als „letzten Weckruf für die Politik“. Er beklagte einen bundesweiten Mangel von rund 2000 Staatsanwälten und einigen Hundert Verwaltungsrichtern.
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) entscheidet zwar schneller über Asylbescheide als noch 2023, gleichzeitig stiegen die Ablehnungsquoten. Der Richterbund sieht darin die Hauptgründe für den Anstieg der Klageverfahren.
Rebehn zufolge sind die Verwaltungsgerichte aktuell der zweitgrößte Brennpunkt in der deutschen Justiz. Das Ziel der Ministerpräsidenten von 2023, Asylklagen innerhalb von sechs Monaten abzuschließen, liege „in weiter Ferne“. Im bundesweiten Schnitt benötigen die Gerichte fast doppelt so lange, in Berlin und Hessen sogar mehr als 16 Monate.



