Das Landeskriminalamt Berlin hat die mutmaßlichen Terroristen, die einen Anschlag auf die Christopher-Street-Day-Parade planten, bereits eine Stunde vor der geplanten Tat gefilmt. Die Überwachungsaufnahmen zeigen die Verdächtigen am Nollendorfplatz, wie sie offenbar letzte Vorbereitungen trafen.
Überwachung deckt Tatvorbereitung auf
Nach Informationen der Ermittlungsbehörden wurden die beiden Hauptverdächtigen, ein 24-jähriger Syrer und ein 28-jähriger Deutscher, gegen 13:30 Uhr von einer verdeckten Kamera erfasst. Sie hielten sich in der Nähe des U-Bahn-Eingangs auf, wo später ein mit Sprengstoff beladener Kleintransporter gefunden wurde. Die Aufnahmen zeigen, wie die Männer mehrere Taschen und Kisten in den Transporter luden.
Details aus den Ermittlungen
Die Polizei bestätigte, dass die Verdächtigen seit Wochen observiert wurden. „Wir hatten Hinweise auf eine geplante islamistisch motivierte Tat“, sagte ein Sprecher des LKA. Die Observation sei intensiviert worden, nachdem die Sicherheitsbehörden auf verdächtige Waffenkäufe gestoßen waren. Rund 300 Beamte waren am CSD-Tag im Einsatz, um die Parade zu schützen.
Die Staatsanwaltschaft Berlin teilte mit, dass die Beschuldigten unter anderem wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat angeklagt werden. Die Haftbefehle wurden am Montag erlassen. Ein dritter Tatverdächtiger, der als Mittelsmann galt, befindet sich noch auf der Flucht.
Reaktionen auf die vereitelte Tat
Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) lobte die Arbeit der Sicherheitsbehörden: „Wir haben Schlimmeres verhindert. Die Beamten haben hervorragende Arbeit geleistet.“ Der CSD-Verein zeigte sich erleichtert, forderte aber mehr Schutz für queere Veranstaltungen. „Die Gefahr ist real, wir müssen wachsam bleiben“, sagte Vorstandsmitglied Johannes Schmidt.
Nach Angaben des LKA wurden bei den Durchsuchungen der Wohnungen der Verdächtigen Sprengstoffreste, IS-Propagandamaterial und mehrere Messer sichergestellt. Die Ermittlungen dauern an.



