Strack-Zimmermann: Mit Kampfkandidatur Austritte verhindert
Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat ihre überraschende Kampfkandidatur auf dem FDP-Parteitag als Versuch bezeichnet, eine Welle von Austritten aus der Partei zu verhindern. Wie sie dem Handelsblatt sagte, sei die Enttäuschung unter den Mitgliedern nach dem Rückzug von Henning Höne, der nur zwei Wochen vor dem Parteitag erfolgte, groß gewesen. „Da drohte ein regelrechtes Erdbeben an Austritten“, so die 66-Jährige. Mit ihrer Kandidatur habe sie die progressiven Kräfte in der FDP halten wollen.
Am Ende unterlag Strack-Zimmermann dem neuen Parteichef Wolfgang Kubicki mit 131 Stimmen Unterschied. Dennoch zeigt sie sich versöhnlich: Beide Politiker sprächen unterschiedliche Wählergruppen an. Diese Vielfalt solle der FDP bei den anstehenden sechs Landtagswahlen helfen, betonte sie. Strack-Zimmermann, die auch als Verteidigungsexpertin bekannt ist, will die Zusammenarbeit mit der neuen Parteiführung suchen.
Hintergrund der Kampfkandidatur
Die überraschende Kandidatur von Strack-Zimmermann hatte für Aufsehen gesorgt, da sie ursprünglich nicht als Bewerberin für den Parteivorsitz gehandelt wurde. Nach dem Verzicht von Henning Höne, der als Favorit galt, sah sie die Notwendigkeit, sich gegen Kubicki zu stellen. Auf dem Parteitag in Berlin erhielt sie 43 Prozent der Stimmen, während Kubicki auf 57 Prozent kam. Die FDP steht vor wichtigen Landtagswahlen, unter anderem in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen.
Strack-Zimmermann betonte, dass ihre Kandidatur kein Zeichen der Spaltung sei, sondern ein Angebot an die Parteibasis. Sie wolle nun konstruktiv mit Kubicki zusammenarbeiten, um die FDP zu stärken. Ihre Rolle als stellvertretende Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag behält sie bei. Die Liberalen hoffen, mit einem geeinten Auftritt bei den Wahlen zu punkten.



