Das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 steht offenbar vor einer weiteren Kostenexplosion. Wie die „Stuttgarter Zeitung“ unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, rechnet die Deutsche Bahn (DB) mit zusätzlichen Mehrkosten von mindestens zwei bis drei Milliarden Euro. Das Unternehmen selbst wollte sich auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nicht zu den neuen Zahlen äußern.
Neues Inbetriebnahmekonzept im Juni
Ein Bahnsprecher erklärte lediglich: „Die DB wird die Öffentlichkeit nach dem Stuttgart-21-Lenkungskreis Ende Juni über das neue Inbetriebnahmekonzept des Projekts informieren.“ Details zu den Kosten oder zum Zeitplan nannte er nicht.
Kostensteigerung von 4,5 auf über 11 Milliarden
Die Kosten für Stuttgart 21 sind in den vergangenen Jahren massiv gestiegen. Ursprünglich war in einem Finanzierungsvertrag aus dem Jahr 2009 eine Obergrenze von gut 4,5 Milliarden Euro vereinbart worden. Zuletzt bezifferte die Bahn die Gesamtkosten jedoch auf rund 11,3 Milliarden Euro. Ein Gerichtsurteil hatte zudem festgestellt, dass die Mehrkosten allein von der Bahn getragen werden müssen.
Eröffnung wohl erst Ende 2031
Erst in den vergangenen Tagen hatten Medien berichtet, dass sich die Inbetriebnahme des Durchgangsbahnhofs weiter verzögern könnte. Laut „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) ist nun eine Eröffnung Ende 2031 geplant. Auch dazu schwieg die Bahn bislang.
Der Bau des Großprojekts läuft seit 2010. Bei Abschluss der Finanzierungsvereinbarung im Jahr 2009 war man noch von einer Fertigstellung im Jahr 2019 ausgegangen. Die jüngsten Entwicklungen deuten darauf hin, dass sich die Bauarbeiten weiter hinziehen werden.



