Die Landratswahl im brandenburgischen Landkreis Ostprignitz-Ruppin hat erneut die entscheidende Rolle der Briefwähler unterstrichen. Während AfD-Herausforderer Torsten Arndt bei der Urnenwahl am Sonntag vor dem SPD-Amtsinhaber Ralf Reinhardt lag, kippten die Briefstimmen das Ergebnis. Reinhardt erhielt 42 Prozent der Briefstimmen, Arndt lediglich 17,3 Prozent. Dadurch gewann Reinhardt den ersten Wahlgang mit 34,7 Prozent, Arndt kam auf 30,3 Prozent. Da keiner die absolute Mehrheit erreichte, kommt es am 28. Juni zur Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten.
Briefwähler entscheiden erneut
Bereits bei den fünf vorherigen Landratswahlen in Brandenburg in diesem Jahr zeigte sich ein ähnliches Muster: Die Briefwähler gaben den Ausschlag. In Ostprignitz-Ruppin war der Unterschied besonders deutlich. Während Arndt in den Wahllokalen vorne lag, sorgte die hohe Briefwahlbeteiligung für den Sieg Reinhardts. Experten führen dies auf die höhere Mobilisierung der SPD-Anhänger per Briefwahl zurück.
AfD stark in ländlichen Kommunen
Trotz der Niederlage im ersten Durchgang konnte die AfD in drei Kommunen des Landkreises die meisten Stimmen holen. In diesen ländlichen Gebieten, die oft von Abwanderung und wirtschaftlichen Problemen betroffen sind, punktete die extrem rechte Partei mit ihren Themen. In den Städten und bei den Briefwählern schnitt sie dagegen schlechter ab. Die Stichwahl wird nun zeigen, ob die AfD ihre Anhänger mobilisieren kann oder ob Reinhardt seinen Vorsprung ausbauen kann.
Die Wahlbeteiligung lag bei rund 60 Prozent, etwas höher als bei den vorherigen Wahlen. Beobachter erwarten für die Stichwahl eine ähnlich hohe Beteiligung. Reinhardt setzt auf Kontinuität und seine Erfahrung als Landrat, während Arndt mit einem Wechsel und schärferen Tönen wirbt. Die nächsten drei Wochen werden zeigen, wer die Nase vorn hat.



