Nach dem Rücktritt von Jens Spahn als Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag ist die Nachfolge weiterhin offen. Der CDU-Politiker hatte am Samstag die Konsequenzen aus der Debatte um seine Vaterschaft durch eine Leihmutter in den USA gezogen. Nun will die Union zeitnah einen Nachfolger bestimmen. Am Nachmittag tagt der Unionsvorstand, an dem auch CDU-Chef Friedrich Merz und CSU-Chef Markus Söder teilnehmen.
Diese Namen werden gehandelt
Als mögliche Nachfolger werden mehrere Kandidaten genannt, darunter der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Thorsten Frei, sowie der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe, Alexander Dobrindt. Auch der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Carsten Linnemann und der Außenpolitiker Norbert Röttgen gelten als Anwärter. Eine Entscheidung wird noch im Laufe der Woche erwartet.
Debatte um Leihmutterschaft entbrannt
Parallel zur Personalsuche hat die Affäre um Spahn eine grundsätzliche Debatte über Leihmutterschaft in Deutschland ausgelöst. Während Familienverbände und Teile der Union eine Liberalisierung fordern, lehnen insbesondere konservative Kreise und die Kirchen eine Legalisierung ab. Die Bundesregierung hat sich bislang nicht positioniert. Spahn selbst hatte erklärt, er habe sich in den USA an geltendes Recht gehalten und die Leihmutter sei nicht kommerziell gewesen. Die Debatte wird nun auch im Bundestag geführt.
Unionsvorstand tagt mit Merz und Söder
Der Unionsvorstand tagt am Nachmittag unter Leitung von Friedrich Merz und Markus Söder. Neben der Nachfolge Spahns sollen auch aktuelle politische Themen wie die Haushaltsverhandlungen und die Migrationspolitik besprochen werden. Beobachter rechnen mit einer schnellen Einigung auf einen Nachfolger, um die Handlungsfähigkeit der Fraktion zu wahren. Die Opposition hat unterdessen scharfe Kritik an Spahns Verhalten geübt und fordert Aufklärung.
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und der Nachrichtenagentur AFP hat Spahn seinen Rücktritt am Samstag persönlich im Fraktionsvorstand erklärt. Er wolle mit seinem Schritt eine Belastung der Fraktion vermeiden. Die Union sieht sich nun vor der Herausforderung, zeitnah einen neuen Fraktionschef zu wählen, der die Fraktion durch die verbleibende Legislaturperiode führen soll.



