Baerbock: Gutgelaunte Frauen in Machtpositionen triggern Männer
Baerbock: Gutgelaunte Frauen triggern Männer

Die grüne Spitzenpolitikerin Annalena Baerbock hat Frauen ermutigt, sich mit mehr Selbstbewusstsein in der Politik gegen Männer zu behaupten. „Wir Frauen werden uns nicht dafür entschuldigen oder gar aufhören, selbstbewusst, erfolgreich und zugleich lebensfroh zu sein“, sagte sie im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“. Gutgelaunte Frauen in Machtpositionen seien für manche Männer weiterhin keine Selbstverständlichkeit, „sondern offensichtlich der schlimmste Trigger“, so Baerbock. „Wir sind aber mittlerweile zu viele.“

Ende der Amtszeit bei der UNO

Im Herbst endet ihre Amtszeit als Leiterin der Uno-Generalversammlung. Die Kandidatur auf den Posten im vergangenen Jahr war von vielen als Machtmanöver hart kritisiert worden. Um ihren designierten Nachfolger, Bangladeschs Außenminister Khalilur Rahman, gibt es kein solches Aufhebens. Für Baerbock ist das kein Zufall. Konstruktive Kritik und erst recht Selbstreflexion seien für sie essenziell.

„Bei Frauen jedoch kommt, je sichtbarer man wird, immer noch eine zusätzliche Angriffslinie dazu“, so die Grüne. „Dann ist plötzlich die Stimme zu hoch oder die High Heels. Bei Social Media gerne noch mit dem Zusatz: ‚Nutte‘ oder ‚F*tze‘. Solche Kommentare gibt's bei Robert Habeck oder Friedrich Merz einfach nicht.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Umgang mit Anfeindungen

Falschdarstellungen und boshafte Diskreditierung würden sie nicht kaltlassen. „Es gab Momente, wo ich dachte: Wie lange kann ich das vor allem meinen Kindern noch zumuten?“ Allerdings habe es andere Frauen gegeben, die sie ermutigten, standhaft zu bleiben. „Gerade, wenn man sich bewusst macht, dass es das Ziel von solchen Schmähkampagnen ist – gerade auch anderen, vor allem jungen Frauen zu signalisieren: Wagt es gar nicht –, hat es bei mir zu immer mehr innerer Freiheit geführt.“

Dank an Angela Merkel

Baerbock äußerte sich dankbar gegenüber Ex-Kanzlerin Angela Merkel. Frauen müssten einander die Türen öffnen. Ohne Merkel wäre sie wahrscheinlich niemals erste weibliche Außenministerin geworden. „Und die Kämpfe, die ich geführt habe, ermöglichen wiederum Frauen nach mir, dass sie in Talkshows niemals mehr gefragt werden, ob man eigentlich mit 40 und zwei kleinen Kindern für eines der höchsten politischen Ämter der Bundesrepublik kandidieren kann.“

Baerbock betonte, dass die strukturellen Hürden für Frauen in der Politik nach wie vor hoch seien. Sie forderte ein Umdenken in der politischen Kultur und mehr Solidarität unter Frauen. Der Kampf gegen Sexismus und Diskriminierung müsse konsequent fortgesetzt werden.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration