EU einigt sich auf verschärfte Preiskontrollen für neuen CO₂-Markt
Die Europäische Union hat sich auf strengere Preiskontrollen für ihren neuen CO₂-Emissionshandel (ETS2) geeinigt. Steigende CO₂-Preise sollen künftig schneller gebremst werden – mit mehr Gratiszertifikaten. Das ab 2028 geltende ETS2-System für Gebäude und Verkehr verpflichtet Brenn- und Kraftstoffanbieter zum Kauf von Verschmutzungsrechten.
Mehr Zertifikate aus der Stabilitätsreserve
Klettert der Preis für den Ausstoß einer Tonne Kohlendioxid über 45 Euro, sollen künftig 40 Millionen statt bislang 20 Millionen zusätzliche Zertifikate aus einer Stabilitätsreserve auf den Markt gebracht werden, teilte das EU-Parlament am frühen Donnerstagmorgen mit. Da dieser Mechanismus zweimal jährlich greifen kann, lassen sich so bis zu 80 Millionen Papiere zusätzlich freigeben.
Schrittweise Freigabe und neue Schwellenwerte
Die Unterhändler von Parlament und Mitgliedstaaten verständigten sich am Mittwochabend auch auf eine schrittweise Freigabe: Kleinere Mengen werden nun bereits verfügbar, wenn die Zahl der zirkulierenden Zertifikate unter 260 Millionen fällt, statt wie bisher geplant 100 Millionen Stück bei einem Rückgang unter 210 Millionen.
Hintergrund und Ziele des ETS2
Das ETS2-System ist unabhängig vom bestehenden Emissionshandel für Industrie und Kraftwerke. Die Einnahmen sollen Verbraucher bei Energierechnungen, dem Kauf von Elektroautos und Haussanierungen entlasten. Mit den Eingriffsmöglichkeiten reagiert die EU auf Warnungen von Ländern wie Frankreich und der Tschechischen Republik, wonach steigende Heiz- und Spritkosten den Widerstand gegen die Klimapolitik anfachen könnten.
Nächste Schritte
Das EU-Parlament und die Mitgliedstaaten müssen der Einigung noch zustimmen. Im Juli wird zudem eine umfassendere Überprüfung des ETS2 durch die EU-Kommission erwartet.



