Dessau-Roßlauer Haushaltskrise: Warnschuss vom Landesverwaltungsamt und Oscar-Chance für Dessauer
Dessau: Haushaltskrise und Oscar-Chance für Bürger

Dessau-Roßlauer Haushalt in der Krise: Warnschuss vom Landesverwaltungsamt

Die Stadt Dessau-Roßlau steht im Jahr 2026 vor einer gewaltigen finanziellen Herausforderung. Dem Haushalt fehlen mehr als 50 Millionen Euro, was das Landesverwaltungsamt als Genehmigungsbehörde zu drastischen Maßnahmen veranlasst hat. Die Behörde hat nicht nur den Zeigefinger erhoben, sondern auch konkret in dem lang erarbeiteten Haushaltspapier gestrichen. Die Kreditaufnahme wurde reduziert, einige Verpflichtungsermächtigungen gestrichen und eine Haushaltssperre verordnet.

Der Beitrittsbeschluss zu dieser Verfügung schien zunächst eine Formalie zu sein, denn kein Stadtrat verzichtet freiwillig auf einen genehmigten Haushalt. Wenn jedoch der Haushaltsausschuss den Beschluss durchfallen lässt, ist dies mehr als nur ein Warnschuss – es wäre ein deutliches Signal der Unzufriedenheit.

Harmonie in der Stadtpolitik auf dem Prüfstand

In der Dessau-Roßlauer Stadtpolitik herrschte bislang vergleichsweise Harmonie. Zwar gab es immer wieder Streit und Beiträge, die über das Ziel hinausschießen, doch am Ende fanden Verwaltung und Stadtrat stets wieder zueinander. Oberbürgermeister Robert Reck könnte diese Harmonie jedoch leichtsinnig werden lassen.

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Vor einigen Jahren ging es der Stadt finanziell noch deutlich besser. Der Haushalt war im Griff, die Verschuldung verschwindend gering. Finanzbürgermeisterin Sabrina Nußbeck verabschiedete sich mit einem geordneten Haus in den Ruhestand. Doch diese soliden Zeiten sind vorbei, und viele Stadträte fühlen sich bei den Folgen nicht ausreichend einbezogen und immer wieder vor vollendete Tatsachen gestellt.

„Es geht nicht um eine Totalblockade“, betonte Hendrik Weber von der Bürgerliste im Haushalt. „Lasst uns fair beieinandersitzen und mit uns reden.“ Die Streitthemen sind vielfältig: Die Mühlenstraße steht stellvertretend für den Zustand vieler Vorortstraßen, bei denen Besserungen versprochen, aber kaum umgesetzt wurden. Bei der DWG, Dessau-Roßlaus größtem Vermieter, prallen widerstreitende Interessen aufeinander – sozialverträgliche Mieten versus Stadtgestaltung. Und bei der Buga treffen Sparzwänge auf Zukunftsvisionen für ein Projekt in neun Jahren.

Robert Reck als gefragter Moderator

Oberbürgermeister Robert Reck, der mit dem Stadtrat eher zu fremdeln scheint, ist hier als Moderator gefragt. Eine Prognose liegt nahe: Der Stadtrat wird die Beitrittsverfügung zum Haushalt nächste Woche beschließen. Dennoch sollte Reck den Warnschuss ernst nehmen, um die angespannte Finanzlage nicht eskalieren zu lassen.

Dessauer Guido Wolter hat Chancen auf einen Oscar

Während die Stadt mit finanziellen Problemen kämpft, gibt es auch positive Nachrichten aus Dessau. Der gebürtige Dessauer Guido Wolter hat Chancen auf einen Oscar. Als Visual Effects Supervisor war er am Film „Sinners“ von Ryan Coogler beteiligt, der unter dem deutschen Titel „Blood und Sinners“ in den Kinos lief. Der Film hat als erster in der Oscar-Geschichte 16 Nominierungen erhalten.

Wolter, der am Liboriusgymnasium sein Abitur machte und an der Bauhaus-Universität Weimar Mediengestaltung studierte, lebt mittlerweile in Adelaide, Australien. Sein etwa 100-köpfiges Team half dabei, Illusionen auf der Leinwand echt wirken zu lassen – etwa indem Hauptdarsteller Michael B. Jordan im Film zweimal existiert. „Das ist eine absolute Teamleistung“, betont Wolter, der als „Projektarchitekt“ agierte.

In der Filmbranche ist Wolter seit langem tätig und hat an Produktionen wie „The Great Gatsby“, „Star Wars Episode VIII“ und „Furiosa: A Mad Max Saga“ mitgewirkt. Ob er den Oscar gewinnt, wird sich am 15. März zeigen.

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