Frankfurter Wahlzettel-Rekord: 1,44 Meter breit und 1120 Kandidaten
Frankfurter Wahlzettel: 1,44 Meter breit mit 1120 Kandidaten

Frankfurter Wahlzettel übertrifft mit 1,44 Metern Breite alle Dimensionen

Frankfurt am Main – In der Mainmetropole wird das Wählen zur räumlichen Herausforderung: Der Wahlzettel für die hessische Kommunalwahl am 15. März misst beeindruckende 1 Meter und 44 Zentimeter in der Breite bei 60 Zentimetern Länge. Damit überragt das Dokument sogar den neunjährigen Grundschüler Kilian, der 1,35 Meter groß ist.

Bettdeckengroßes Dokument überfordert Wahlkabinen

Im Frankfurter Römer hängt der bettdeckengroße Zettel an der breitesten verfügbaren Pinnwand – und ragt dennoch auf beiden Seiten darüber hinaus. Für die Wähler bedeutet dies praktische Probleme: Die Wahlkabinen sind deutlich kleiner als der Zettel. Das Amt empfiehlt daher eine origamiartige Falttechnik, um sich in der engen Kabine durch das riesige Dokument zu arbeiten.

Für Briefwähler gestaltet sich die Situation nur marginal einfacher. Zwar können sie zu Hause wählen, doch die meisten Wohnzimmertische bieten nicht genug Platz für den knapp 0,9 Quadratmeter großen Wahlzettel. Vielen bleibt daher nur die Option, mit dem Zettel auf dem Boden zu knien und ihre Kreuze zu setzen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

1120 Kandidaten und Gleichberechtigung als Ursachen

Die außergewöhnliche Größe hat zwei Hauptgründe: Zum einen wurden für die Wahl des Stadtparlaments 22 Parteien zugelassen, die jeweils mit bis zu 93 Bewerbern antreten – entsprechend der Anzahl der Parlamentssitze. Insgesamt finden sich damit 1120 Namen mit zugehörigen Kreuzchenfeldern auf dem Dokument.

Zum anderen spielt die Gleichberechtigung eine entscheidende Rolle. Da viele Kandidaten mit langen Namen – darunter Adelstitel, Doppelnamen und Künstlernamen – antreten, mussten alle Namenskästchen auf die gleiche Größe gebracht werden. Diese Anforderung führte dazu, dass Frankfurt den Wahlzettel im Vergleich zur Wahl 2021 um 20 Zentimeter verlängern musste, obwohl diesmal 10 Parteien weniger zugelassen wurden.

Rekordauszählung und Papierknappheit

Die Dimensionen haben konkrete Konsequenzen für den Wahlprozess: Nach offiziellen Angaben werden etwa 7000 ehrenamtliche Helfer bis zu 12 Tage benötigen, um die 516.000 Stimmzettel auszuzählen. Jeder wahlberechtigte Frankfurter kann auf dem Zettel insgesamt 93 Kreuze vergeben.

Aufgrund des enormen Papierbedarfs gibt es diesmal keine kostenlosen Musterstimmzettel im Vorfeld der Wahl. Die Stadt begründet dies offiziell mit dem Ziel, Papier zu sparen.

Frankfurt schlägt München und Nürnberg

CDU-Kandidat und Stadtverordneter Yannick Schwander (37, Listenplatz 3) kommentiert die Situation: „Es ist absurd, wie groß ein Wahlzettel sein kann, man kann kaum jemandem erklären, wieso das wirklich nötig ist. Aber: Frankfurt hält endlich wieder einen Rekord.“

Tatsächlich übertrifft Frankfurt mit seinem 1,44-Meter-Zettel andere Großstädte deutlich: München kommt bei seiner diesjährigen Wahl nur auf gut einen Meter Breite, Nürnberg sogar nur auf 90 Zentimeter.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration