Der sächsische Verfassungsschutz hat die Gruppierung „Hochland Jugend“ offiziell als erwiesen rechtsextremistische Bestrebung eingestuft. Das Landesamt für Verfassungsschutz Sachsen ordnete die Organisation im Juli der subkulturell geprägten rechtsextremistischen Szene zu, wie die Behörde auf Anfrage mitteilte. Damit bestätigte sie entsprechende Medienberichte.
Gruppe mit geringer Mitgliederzahl, aber aktiver Vernetzung
Die Gruppe besteht aus Jugendlichen und Heranwachsenden „im unteren zweistelligen Bereich“, so die Behörde. Ihr Ziel ist es, rechtsextremistisch eingestellte Jugendliche in der Region des Schönfelder Hochlands in Dresden zu vernetzen. Diese Aktivitäten umfassen das Verteilen von Flyern und Stickern mit szenetypischen Symbolen sowie die Teilnahme an Versammlungen und Konzerten der rechtsextremistischen Szene.
Einzelne Mitglieder werden als gewaltbereit eingeschätzt, der Gruppe selbst sind bislang keine Gewaltstraftaten zuzurechnen. Allerdings gibt es einen direkten Bezug zu einem schweren Angriff: Gegen eine der Gruppe zugerechnete Person wurde im Januar vergangenen Jahres Anklage wegen des Angriffs auf den sächsischen SPD-Europaabgeordneten Matthias Ecke erhoben.
Verbindung zu Angriff auf SPD-Politiker
Ecke wurde im Mai 2024 bei dem Überfall von damals drei 17-Jährigen schwer verletzt. Zwei von ihnen wurden wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt, einer wegen Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angriff politisch motiviert war.
Öffentliche Auftritte und Symbolik
Erstmals öffentlich in Erscheinung trat die „Hochland Jugend“ am 10. August 2025 bei einer rechtsextremistischen Demonstration gegen eine Christopher-Street-Day-Veranstaltung in Bautzen. Mitglieder trugen einheitliche T-Shirts mit dem Gruppenaufdruck und der Darstellung einer sogenannten „Schwarzen Sonne“ – ein in der rechtsextremistischen Szene verbreitetes Symbol.
Im Februar dieses Jahres wurden in den Dresdner Ortsteilen Gönnsdorf und Pappritz Flyer mit dem Titel „Endlich ein weisses Europa“ verteilt, die die „Hochland Jugend“ als Herausgeberin auswiesen. Zudem nehmen einzelne Mitglieder am alljährlichen Gedenkmarsch der rechtsextremistischen Szene anlässlich der Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg teil.
Einordnung durch den Verfassungsschutz
Die Einstufung als erwiesen rechtsextremistische Bestrebung bedeutet, dass die Behörde genügend Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Aktivitäten sieht. Der Verfassungsschutz beobachtet die Gruppe und sammelt weiterhin Informationen über ihre Aktivitäten und Netzwerke.
Die „Hochland Jugend“ ist Teil einer subkulturell geprägten rechtsextremistischen Szene, die sich durch spezifische Symbole, Kleidung und Musik auszeichnet. Die Behörde betont, dass die Gruppe vor allem auf lokaler Ebene aktiv ist und versucht, Jugendliche in der Region Dresden zu rekrutieren.
Reaktionen und Ausblick
Die Einstufung durch den Verfassungsschutz ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Rechtsextremismus in Sachsen. Die Behörde wird die Entwicklung der Gruppe weiterhin genau beobachten und bei Bedarf Maßnahmen ergreifen. Die Öffentlichkeit wird über weitere Erkenntnisse informiert.



