Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026: AfD laut Umfragen vorn, CDU unter Druck
Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026: AfD vorn, CDU unter Druck

Am 6. September 2025 wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Rund 1,7 Millionen Stimmberechtigte sind aufgerufen, die Machtverhältnisse im Magdeburger Landesparlament neu zu bestimmen. Die AfD liegt in Umfragen bei bis zu 41 Prozent und könnte erstmals stärkste Kraft werden. Die CDU unter Spitzenkandidat Sven Schulze muss mit deutlichen Verlusten rechnen.

AfD vor Machtwechsel? Umfragen sehen Partei vorn

Laut aktuellen Erhebungen könnte die AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund zur neuen stärksten Fraktion aufsteigen. Der Landesverband der Partei wird vom Verfassungsschutz als „rechtsextremistisch“ eingestuft. Die CDU, die seit über 20 Jahren den Ministerpräsidenten stellt, liegt in Umfragen deutlich zurück. Amtsinhaber Sven Schulze übernahm das Amt erst Ende Januar 2025 von Reiner Haseloff, der nicht mehr antritt.

Mehrheitsverhältnisse: Fünf oder vier Fraktionen möglich

Derzeit sind sechs Parteien im Landtag vertreten: CDU, AfD, Linke, SPD, FDP und Grüne. Umfragen deuten auf mögliche Verluste für FDP und Grüne hin, während das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) knapp über der Fünf-Prozent-Hürde liegen könnte. Sollten Liberale und Grüne scheitern, wären nur noch vier Fraktionen im Parlament. „Die Auswirkungen wären enorm: Für die konkurrierenden Parteien zählt jede einzelne Stimme“, so die Landeszentrale für politische Bildung.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Koalitionsoptionen: Brandmauer gegen AfD bröckelt?

Eine Koalition mit der AfD schließen alle anderen Parteien aus. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann hat eine Zusammenarbeit mit dem BSW ausgeschlossen. Rein rechnerisch wäre ein Viererbündnis aus CDU, SPD, Linken und BSW möglich, politisch aber schwierig. Ohne BSW stünde auch die AfD ohne Mehrheit da. „Alles hängt davon ab, wie sich die Wähler entscheiden – und wie viele Wahlberechtigte tatsächlich von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen“, betont ein Sprecher der Landeswahlleitung.

Wahlverfahren: Zwei Stimmen, Briefwahl bis 4. September

Die Wahl folgt dem üblichen Muster: Wahlberechtigte ab 18 Jahren mit mindestens dreimonatigem Wohnsitz in Sachsen-Anhalt haben zwei Stimmen. Die Erststimme wählt einen Direktkandidaten in einem der 41 Wahlkreise, die Zweitstimme bestimmt die Sitzverteilung. Die Wahllokale sind am 6. September von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Briefwahl kann bis zum 4. September, 15 Uhr beantragt werden; die Rücksendung per Post muss bis zum 3. September erfolgen.

Wahlbeteiligung: Potenzial bei Nichtwählern

Die Wahlbeteiligung lag bei den vergangenen Landtagswahlen teils deutlich unter der bei Bundestagswahlen. Den Tiefpunkt erreichte sie 2006 mit 44,4 Prozent. Der höchste Wert wurde 1998 mit 71,5 Prozent erzielt. „Der Anteil der bisherigen Nichtwähler stellt für die Parteien das größte schlummernde Potenzial dar“, erklärt die Landeszentrale. Die Entscheidung liegt letztlich bei den Wählern – und entscheidet über die künftige Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration