Die Bürgermeisterwahl in Neukölln am 20. September rückt näher, und die Herausforderungen für den Bezirk sind vielfältig. Die Berliner Morgenpost hat die Kandidaten nach ihren wichtigsten Themen und Zielen befragt. Die Antworten zeigen: Müll, Mieten und der soziale Zusammenhalt sind die drängendsten Probleme, die der neue Bezirksbürgermeister oder die neue Bezirksbürgermeisterin angehen muss.
Müllproblematik im Bezirk
Die Verschmutzung des öffentlichen Raums ist ein Dauerbrenner in Neukölln. Die Kandidaten sind sich einig, dass die Müllentsorgung und die Sauberkeit der Straßen und Parks verbessert werden müssen. Einige schlagen mehr Mülleimer und häufigere Reinigungen vor, andere setzen auf Aufklärungskampagnen und strengere Kontrollen. Die Bezirksverwaltung steht vor der Aufgabe, die Lebensqualität zu erhöhen und das Image des Bezirks zu verbessern.
Bezahlbarer Wohnraum als zentrale Frage
Die Mieten in Neukölln sind in den letzten Jahren stark gestiegen, und bezahlbarer Wohnraum ist knapp. Die Kandidaten betonen die Notwendigkeit, den sozialen Wohnungsbau zu fördern und bestehende Mieterschutzregelungen zu stärken. Sie fordern mehr Investitionen in den Neubau von Wohnungen und die Umwandlung von Gewerbe- in Wohnflächen. Der Bezirk will verhindern, dass einkommensschwache Bewohner verdrängt werden und die soziale Durchmischung erhalten bleibt.
Sozialer Zusammenhalt und Integration
Neukölln ist bekannt für seine kulturelle Vielfalt, aber auch für soziale Spannungen. Die Kandidaten wollen den Zusammenhalt stärken, indem sie Projekte zur Nachbarschaftshilfe und Integration fördern. Sie planen, Begegnungsorte zu schaffen und den Dialog zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu unterstützen. Die Bekämpfung von Diskriminierung und die Förderung von Bildungschancen stehen ebenfalls im Fokus.
Bildung und Jugendarbeit
Die Schulen in Neukölln stehen vor großen Herausforderungen, darunter Personalmangel und marode Gebäude. Die Kandidaten fordern mehr Investitionen in die Bildungsinfrastruktur und die Einstellung von zusätzlichem pädagogischem Personal. Die Jugendarbeit soll ausgebaut werden, um jungen Menschen Perspektiven zu bieten und Gewalt zu verhindern. Die Bezirksverwaltung will enger mit Schulen und Vereinen zusammenarbeiten.
Wirtschaft und lokale Entwicklung
Die Bezirkswirtschaft soll gestärkt werden, um Arbeitsplätze zu schaffen und die lokale Versorgung zu sichern. Die Kandidaten setzen auf die Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen sowie auf die Belebung der Einkaufsstraßen. Gleichzeitig soll die Verkehrsinfrastruktur verbessert werden, um die Erreichbarkeit zu erhöhen und den Autoverkehr zu reduzieren. Nachhaltige Projekte und die Förderung von Fahrradverkehr sind ebenfalls geplant.
Verkehrswende in Neukölln
Die Verkehrswende ist ein weiteres zentrales Anliegen. Die Kandidaten wollen den öffentlichen Nahverkehr ausbauen, sichere Radwege schaffen und Fußgängerzonen erweitern. Die Reduzierung von Lärm und Luftverschmutzung hat hohe Priorität. Der Bezirk plant, den Anteil des Umweltverbunds am Modal Split zu erhöhen und die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum zu verbessern.
Kultur und Freizeitangebote
Neukölln hat eine lebendige Kulturszene, die gefördert werden soll. Die Kandidaten wollen mehr Räume für Künstler und Kreative schaffen und kulturelle Veranstaltungen unterstützen. Die Sanierung von Parks und Spielplätzen ist ebenfalls geplant, um die Freizeitqualität für Familien zu erhöhen. Die Bezirksverwaltung will die Bürgerbeteiligung bei solchen Projekten stärken.
Fazit: Ein anspruchsvolles Programm
Die kommende Legislaturperiode in Neukölln wird anspruchsvoll. Die Kandidaten haben ehrgeizige Ziele, aber die Umsetzung wird Zeit und finanzielle Mittel erfordern. Die Wähler haben am 20. September die Wahl, welcher Kandidat diese Herausforderungen am besten bewältigen kann. Die Berliner Morgenpost wird weiterhin über die Entwicklungen im Bezirk berichten.



