Das Berliner Hauptzollamt hat fünf Personen festgenommen, die gemeinsam Sozialabgaben in Höhe von rund 5,5 Millionen Euro hinterzogen haben sollen. Im Zentrum der Ermittlungen steht der 40-jährige Geschäftsführer einer Reinigungsfirma. Wie die Ermittlungsbehörden mitteilten, wurden er und vier mutmaßliche Komplizen am Dienstag festgenommen und sitzen seither in Untersuchungshaft. Die Festnahmen erfolgten in den Berliner Bezirken Reinickendorf, Spandau und Pankow.
Vorwurf: Mitarbeiter nicht zur Sozialversicherung angemeldet
Dem Geschäftsführer wird vorgeworfen, über einen längeren Zeitraum Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von 5,5 Millionen Euro nicht abgeführt zu haben. Konkret soll er Mitarbeiter seines Unternehmens entweder gar nicht oder nicht korrekt bei der Sozialversicherung angemeldet haben. Die Ermittlungsbehörden gehen davon aus, dass er die Schwarzarbeit mit Hilfe von Scheinrechnungen sogenannter Servicefirmen verschleierte. Die vier weiteren Beschuldigten sollen diese Rechnungen ausgestellt und ihn damit unterstützt haben.
Durchsuchungen im November 2025 und Haftbefehle
Bereits im November 2025 hatten Ermittler stadtweit Wohn- und Geschäftsräume der Beschuldigten sowie Einsatzorte der Arbeitnehmer durchsucht. Die Auswertung der sichergestellten Beweismittel bestätigte den Verdacht und führte schließlich zum Erlass der Haftbefehle durch das Amtsgericht Tiergarten. Parallel zu den Haftbefehlen erwirkte die Staatsanwaltschaft zudem, dass Vermögen des Geschäftsführers in Höhe von ebenfalls rund 5,5 Millionen Euro eingefroren wurde. Dabei wurden Immobilien, Bargeld sowie ein Fahrzeug gesichert. Die Ermittlungen dauern an.



