FC Carl Zeiss Jena: Auftaktpleite gegen Zwickau – Liesegang kritisiert mangelnde Gefahr
Jena verliert 1:2 gegen Zwickau – Liesegang fordert mehr

Der FC Carl Zeiss Jena hat den Saisonauftakt in der Regionalliga Nordost deutlich verpatzt. Am Sonntag unterlag die Mannschaft von Trainer Henning Bürger vor 9000 Zuschauern im Ernst-Abbe-Sportfeld mit 1:2 gegen den FSV Zwickau. Dabei ging Jena durch Emilio Munser bereits in der 15. Minute in Führung, musste aber noch vor der Pause den Ausgleich durch einen Treffer von Zwickaus Stürmer und am Ende die Entscheidung in der 68. Minute hinnehmen.

Liesegang: „Wir waren nicht gefährlich genug“

Torhüter Marius Liesegang sprach nach der Partie Klartext. Der 26-Jährige, der in der vergangenen Saison noch zu den Leistungsträgern zählte, kritisierte vor allem die mangelnde Durchschlagskraft im Angriff. „Vor 9000 Fans willst du gewinnen, vor allen Dingen, wenn du 1:0 in Führung gehst“, sagte Liesegang. „Wir hatten die Riesenchance zum 2:0. Wenn du die nicht nutzt, ist es verdient. So ist Fußball.“ Er ergänzte: „Wir waren nicht gefährlich genug, das muss man sagen. Es waren zu wenige klare Chancen von uns. Wir hatten nicht die fünf Riesendinger. Das hat gefehlt.“

Die Gäste aus Zwickau zeigten sich dagegen gnadenlos effektiv. „Nicht der schöne Fußball hat gewonnen, die standen sehr tief und die zwei Chancen, die sie hatten, haben sie gemacht“, analysierte Liesegang. Tatsächlich erspielte sich der FSV nur wenige Torraumszenen, nutzte diese aber eiskalt aus – ein Kontrast zur eigenen Chancenverwertung des FCC.

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Jena meilenweit von eigenen Ansprüchen entfernt

Die Niederlage offenbarte einmal mehr die Probleme, die Jena bereits in der Vorbereitung plagten: mangelnde Konstanz in der Defensive und fehlende Durchsetzungsfähigkeit im Angriff. Damit ist der FCC meilenweit von den eigenen Ambitionen entfernt, die da lauten: ganz oben in der Regionalliga mitzuspielen und um den Aufstieg zu kämpfen. „Wir haben das in der vergangenen Saison auch gemerkt. Es sind 34 Spieltage und jetzt ist ein Spiel vorbei“, sagte Liesegang, der dennoch die Ruhe bewahrt. „Klar ist das bitter, aber das müssen wir auch einordnen können. Es ist erst der Anfang.“

Die Statistik untermauert die Schwächen: Jena kam in der gesamten Partie nur auf drei Torschüsse, davon einer aufs Tor (das 1:0). Zwickau dagegen erzielte aus zwei Schüssen zwei Tore – eine Effizienz von 100 Prozent. Auch in den Zweikämpfen lag Jena mit 47 Prozent Duellquote leicht zurück.

Munser kündigt Reaktion an

Enttäuscht, aber nicht resigniert zeigte sich Torschütze Emilio Munser. Der 18-Jährige, der im Sommer aus der eigenen Jugend kam und sein erstes Pflichtspieltor für die Profis erzielte, blickte bereits nach vorn. „Wir haben noch 33 weitere Spiele, die wir alle gewinnen wollen“, sagte Munser. „Auch wenn wir jetzt verloren haben, lassen wir den Kopf nicht hängen, machen weiter und wollen Freitag drei Punkte holen.“ Gemeint ist das Auswärtsspiel beim SV Babelsberg 03, das bereits am kommenden Freitag (19 Uhr) ansteht.

Trainer Henning Bürger kündigte unterdessen an, die Fehler aus der Partie aufzuarbeiten. „Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie kämpfen kann, aber wir müssen in der Chancenverwertung und im Abwehrverhalten konstanter werden. Das ist eine Frage der Einstellung und des Zusammenhalts“, ließ er über die Vereinsmedien mitteilen.

Ausblick: Babelsberg als Bewährungsprobe

Die Partie in Babelsberg wird für Jena bereits eine richtungsweisende. Verliert der FCC erneut, droht ein früher Rückstand auf die Spitzengruppe. Doch Liesegang und Munser sind zuversichtlich: „Wir wissen, wozu wir im Stande sind. Letzte Saison haben wir nach einem schwachen Start eine Serie hingelegt. Das ist jetzt wieder gefragt“, so Liesegang. Ob die Mannschaft die Wende schafft, wird sich am Freitag zeigen.

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