Münchner Schneeballschlacht: Initiator angezeigt - ÖDP kritisiert Prioritäten des KVR
Schneeballschlacht in München: Initiator angezeigt, ÖDP kritisiert

Spontane Schneeballschlacht in München führt zu polizeilicher Anzeige

Eine spontane Schneeballschlacht vor der Alten Pinakothek in München hat zu einer offiziellen Anzeige gegen den Initiator geführt. Die Polizei bestätigte, dass gegen den Organisator wegen des Verdachts einer nicht angemeldeten Veranstaltung ermittelt wird. Die Ordnungswidrigkeitenanzeige wurde an das Kreisverwaltungsreferat (KVR) weitergeleitet, das über mögliche Konsequenzen entscheiden wird.

Hunderte folgten Social-Media-Aufruf

Ausgelöst wurde die Wintergaudi durch einen Aufruf des Münchner Schauspielers und Influencers Daniel Tonnar Leyva auf Instagram. Unter dem Nutzernamen "dailydaniel0" hatte er nach den heftigen Schneefällen zu "Deutschlands größter Schneeballschlacht" eingeladen. Ursprünglich forderte er mindestens tausend Likes für die Durchführung – am Ende sammelte der Post fast 25.000 positive Reaktionen.

Mehrere Hundert Menschen folgten dem Aufruf und lieferten sich etwa eine halbe Stunde lang eine ausgelassene Schneeballschlacht auf dem Gelände vor dem berühmten Kunstmuseum. Augenzeugen berichteten von mindestens 300 Teilnehmern, die bei der spontanen Aktion mitmachten.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

ÖDP München stellt Prioritäten in Frage

Die ÖDP/München-Liste reagierte mit Unverständnis auf die behördliche Reaktion. In einer offiziellen Stellungnahme kritisiert die Stadtratsfraktion die Vorgehensweise des Kreisverwaltungsreferats scharf. "Das KVR nimmt es ganz genau! Also, wenn es um Schneeballschlachten geht", kommentierte Fraktionsvorsitzender Tobias Ruff sarkastisch.

Die ÖDP stellt in einer parlamentarischen Anfrage die Prioritätensetzung der Behörden infrage. Während die spontane, wetterabhängige Aktion umfassende Aufmerksamkeit erhalte, blieben andere Probleme ungelöst. "Illegale Wahlplakate im öffentlichen Raum leider nicht", merkte Ruff an und verwies auf bereits seit zwei Wochen gemeldete Verstöße am Frankfurter Ring.

Behörden verteidigen ihr Vorgehen

Das Kreisverwaltungsreferat begründet sein Einschreiten mit Sicherheitserwägungen. Für öffentliche Veranstaltungen sei grundsätzlich eine Genehmigung notwendig, um die Sicherheit der Teilnehmer zu gewährleisten. Eine solche Genehmigung habe der Veranstalter nicht beantragt. Dem Initiator wurde deshalb empfohlen, den Aufruf zurückzunehmen.

Das KVR wies darauf hin, dass Veranstalter für mögliche Schäden haften und ihnen Kosten für Polizei- und Rettungsdiensteinsätze entstehen können. Die Durchführung nicht genehmigter Veranstaltungen könne Ordnungswidrigkeitenverfahren nach sich ziehen.

Pinakotheken reagieren gelassen

Seitens der Pinakotheken zeigte man sich deutlich entspannter. Museums-Sprecherin Tine Nehler kommentierte die Aktion am Freitag mit den Worten: "Die Leute hätten Spaß gehabt und es sei alles glimpflich abgelaufen." Das Museum habe lediglich darauf geachtet, dass Besucher beim Verlassen des Gebäudes nicht unvermittelt von Schneebällen getroffen wurden.

Nehler fügte humorvoll hinzu: "Immerhin gibt es neben der vielleicht größten Schneeballschlacht Deutschlands draußen im Innern der Alten Pinakothek die größte Rubens-Sammlung Deutschlands." Die Polizei bestätigte, dass es vor Ort zu keinen besonderen Vorkommnissen oder Verletzungen gekommen sei.

Initiator zeigt sich überrascht

Der Organisator der Schneeballschlacht zeigte sich über die behördliche Reaktion überrascht. Auf Instagram ließ er wissen, dass ihm die Konsequenzen "in dem Ausmaß" nicht bewusst gewesen seien. Er rief die Teilnehmer noch während der Aktion dazu auf, verantwortungsvoll zu handeln: keine Eisbrocken zu werfen, keine Steine in die Schneebälle zu bauen und nicht auf Köpfe zu zielen.

Die Debatte um die richtige Balance zwischen spontanem Freizeitvergnügen und behördlichen Sicherheitsvorkehrungen beschäftigt weiterhin die Münchner Stadtpolitik. Während die einen mehr Gelassenheit beim Winterspaß fordern, betonen andere die Notwendigkeit klarer Regeln für öffentliche Versammlungen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration