Überschwemmungen in Anklam und Umgebung: Feuerwehr benötigt über 630 neue Schläuche
Nach den schweren Überschwemmungen in Anklam und der umliegenden Region stehen die freiwilligen Feuerwehren vor erheblichen logistischen Herausforderungen. Allein im Amt Anklam-Land und in der Stadt Anklam müssen insgesamt 636 B-Schläuche ausgetauscht werden, nachdem die Technik bei den intensiven Einsätzen an ihre Grenzen gestoßen ist.
Einsätze in Bargischow und Pelsin fordern Helfer heraus
Die Feuerwehr und das Technische Hilfswerk (THW) kämpften in den vergangenen Tagen gegen massive Wassermassen, die von den Feldern in die Ortschaften drangen. In Bargischow verwandelte sich ein Acker in einen gefährlichen See, der Haus und Hof bedrohte. Bereits zuvor waren die Einsatzkräfte über 24 Stunden in Pelsin im Einsatz gewesen, bevor sie erneut alarmiert wurden.
Die Belastung für die Technik war enorm: Zwei Tragkraftpumpen der Anklamer Feuerwehr versagten ihren Dienst. Wehrführer Heiko Laß dankte ausdrücklich dem THW aus Hamburg-Bergedorf, das mit spezieller Pumpentechnik zur Unterstützung nach Bargischow ausrückte. „Ohne diese Hilfe wäre die Situation noch kritischer geworden“, betonte Laß.
Breite Unterstützung durch Gemeinden und Unternehmen
Vor Ort halfen zahlreiche Helfer, darunter Gemeindevertreter um Bürgermeister Hannes Schmidt, die beim Befüllen von Sandsäcken mithalfen. Das Amt Anklam-Land stellte die Sandsäcke noch am Abend bereit, um einen Schutzwall um die bedrohten Grundstücke zu errichten.
Weitere Unterstützung kam vom Stadtbauhof Anklam und der Firma Tiefbau Sommerfeld, die mit einem Bagger im Einsatz war. Diese Zusammenarbeit ermöglichte es, die Einsatzstelle in Bargischow relativ schnell abzuarbeiten. Gegen 21.30 Uhr war der Einsatz, der um 18 Uhr begonnen hatte, bereits beendet.
Feuerwehrleute bereiten sich auf weitere Herausforderungen vor
Trotz der erfolgreichen Einsätze bleiben die Spuren des Extremwetters sichtbar. Neben den beschädigten Schläuchen ist bei mehreren Feuerwehren auch die Pumpentechnik betroffen. In Neuenkirchen ist eine Tragkraftspritze außer Dienst, wie Wehrführer Guido Wegner mitteilte. „Es gilt jetzt, vieles nachzubereiten“, erklärte er.
Die Anklamer Feuerwehr geht pragmatisch mit der Situation um: Für weitere Pumpeinsätze würden die nassen Schläuche notfalls noch einmal verwendet, die Fahrzeuge seien jedoch neu bestückt und einsatzbereit. Wehrführer Heiko Laß und seine Kollegen aus dem Umland richteten ihren Dank an alle Unterstützer – vom THW über Anwohner mit Essen und Getränken bis hin zu benachbarten Feuerwehren.
Die Überschwemmungen haben gezeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit aller Kräfte in solchen Extremsituationen ist. Auch am Montag waren noch Einsatzkräfte in gefährdeten Gebieten aktiv, um weitere Schäden zu verhindern.



