Basketball-Pokal: Bamberg schockt Bayern im Halbfinale mit 103:97 nach Verlängerung
Bamberg schockt Bayern im Pokal-Halbfinale

Basketball-Pokal: Bamberg schockt Bayern im Halbfinale mit 103:97 nach Verlängerung

Der FC Bayern München hat erneut eine Pokal-Chance verpasst. Nach der Halbfinalpleite gegen den MBC im Vorjahr unterlag der haushohe Favorit im Top4-Turnier sensationell mit 97:103 nach Verlängerung gegen die Brose Bamberg. Die Partie fand im heimischen SAP Garden statt, wo Bayern-Präsident Herbert Heiner vor dem Spiel noch den Pokalsieg gefordert hatte.

Finanzielle Ungleichheit, sportliche Parität

Vor zehn Jahren wäre Bayern gegen Bamberg ein absolutes Spitzenspiel gewesen. Heute klafft die Gehaltsschere maximal auseinander: Die Bayern geben in dieser Saison 18,03 Millionen Euro für Spielergehälter aus, während Bamberg mit schlanken 1,46 Millionen Euro auskommt. Trotzdem standen beide Teams im Pokal-Halbfinale – und über die gesamte Spielzeit war kaum ein Unterschied zu erkennen.

Bamberg startete besser und führte schnell mit 5:0 nach einem Dreier von Ibi Watson. Justus Hollatz sorgte nach zweieinhalb Minuten für die ersten Bayern-Punkte. Doch der erwartete Bayern-Express kam nicht in Fahrt. Erst 12 Sekunden vor Schluss ging der Favorit erstmals in Führung, nach zwei Freiwürfen von Nenad Dimitrijevic zum 22:20.

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Schwache Dreierquote und defensive Probleme

Bei den Bayern fiel in der ersten Hälfte vor allem von außen wenig: Nur zwei von zwölf Dreiern fanden ihr Ziel. Dimitrijevic (0/2), Isaiah Mike (0/2) und Andreas Obst (0/3) warfen nur Fahrkarten. Als dann Bambergs bester Schütze Ibi Watson unbedrängt von außen traf, wurde Bayern-Coach Svetislav Pesic richtig sauer. Nach dem Watson-Treffer zum 27:26 nahm er eine Auszeit und schnauzte David McCormack an: „The best shooter! The best shooter!“

Zur Halbzeit führten die Bayern hauchdünn mit 36:34. Bambergs größtes Problem war der Foul-Trouble: Bereits sechs Spieler hatten zwei Fouls, Keppeler sogar drei. Da Bamberg-Coach Anton Gavel wegen seines kleinen Kaders nur mit einer 9-Mann-Rotation spielte, konnte das im letzten Viertel eng werden. Doch die Defensive blieb bissig und machte weiter Druck auf die Bayern.

Die Sensation liegt in der Luft

Nach 30 Minuten führte Bamberg nach einem Watson-Dreier sogar hauchdünn mit 54:53. Dyn-Experte Patrick Femerling war begeistert: „Jetzt sieht man, wie tödlich Andi Obst ist.“ Die Sensation lag in der Luft, die Bayern-Fans waren geschockt. Watson erhöhte auf 57:53, während Bayern-Star Andreas Obst erst nach 33 Minuten seinen ersten Dreier zum 64:61 traf.

Beim nächsten Versuch wurde Obst gefoult – und machte alle vier Freiwürfe, weil Bambergs Coach Gavel sich aufregte und ein technisches Foul kassierte. Femerling kommentierte: „Jetzt sieht man, wie tödlich Andi ist. Einen schießt er rein, beim zweiten wird er gefoult. Weil er die Qualität hat. Und die Geduld.“

Kampf bis zur Verlängerung

Bayern drehte das Spiel auf 68:61 (34. Minute), doch Bamberg kämpfte sich zurück. Nach Crowleys Lay-up führten die Gäste wieder mit 71:70 (36.). Ein No-look-Pass von Williams auf Krimmer, der den Korb machte und gefoult wurde, brachte Bamberg auf 78:72. Bayern blieb dran – Mike verkürzte per Dreier zum 77:80.

Doch Williams machte 56 Sekunden vor Schluss den nächsten Dreier zum 83:77. Obst verkürzte 48 Sekunden mit einem Wahnsinns-Dreier zum 80:83. Und Dimitrijevic glich 11,3 Sekunden vor Schluss zum 83:83 aus – Verlängerung!

Bambergs Triumph in der Overtime

In der Verlängerung machte Da Silva die ersten Bayern-Punkte. 52 Sekunden vor Schluss war Bamberg nach einem Ibi-Watson-Dreier wieder mit drei Punkten vorn – 99:96. Diesmal reichte es für die Pokal-Sensation! Ibi Watson zeigte sich danach cool: „Wir sind als Team zusammen geblieben. Haben hart gespielt.“

Beste Spieler waren Nenad Dimitrijevic (Bayern, 24 Punkte) und Ibi Watson (Bamberg, 24 Punkte). Für Bayern ist die Enttäuschung groß – bereits im zweiten Jahr in Folge scheitern sie im Pokal-Halbfinale, obwohl der Präsident den Sieg gefordert hatte.

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