Bambergs Basketballer feiern überraschenden Pokalsieg in München
Die BMA365 Bamberg Baskets haben einen spektakulären Coup gelandet und zum siebten Mal in der Vereinsgeschichte den Pokal der Basketball-Bundesliga gewonnen. In einem atemberaubenden Finale in München setzten sich die Franken gegen Alba Berlin mit 74:72 durch und holten damit ihren ersten Titel seit sieben Jahren.
Dramatischer Weg ins Finale
Bereits im Halbfinale sorgte Bamberg für eine große Überraschung, als sie den deutschen Meister Bayern München in einer dramatischen Partie mit 103:97 nach Verlängerung besiegten. Diese Niederlage löste bei den Bayern, die als Topfavorit in das Turnier gestartet waren, erheblichen Frust aus. Alba Berlin hatte sich im anderen Halbfinale deutlich mit 98:78 gegen die EWE Baskets Oldenburg durchgesetzt.
Packendes Finale mit spannendem Verlauf
Das Endspiel entwickelte sich zu einem wahren Basketball-Krimi. Alba Berlin startete stark und führte zeitweise mit 26:17, doch Bamberg kämpfte sich wie schon im Halbfinale zurück. Zur Halbzeit stand es mit 37:36 knapp für die Berliner. Die Franken zeigten dabei eine beeindruckende Mannschaftsleistung: Während die Topscorer Ibi Watson und Cobe Williams von Alba gut kontrolliert wurden, sprangen andere Spieler wie Demarcus Demonia, der mit 19 Punkten bester Werfer seiner Mannschaft war, in die Bresche.
Im entscheidenden Schlussviertel ging Bamberg plötzlich in Führung. Alba konterte noch einmal angeführt von Nationalspieler Malte Delow (17 Punkte) und Justin Bean, doch Demonia sorgte kurz vor Ende für die entscheidenden Punkte. Im letzten Angriff vergab Jung-Nationalspieler Jack Kayil die Chance zum Ausgleich für Alba.
Große Enttäuschung bei Bayern München
Für Bayern München war das Top Four bereits nach dem Halbfinale vorbei - wie schon im Vorjahr, als sie gegen den Syntainics MBC aus Weißenfels scheiterten. Die Enttäuschung bei den Münchnern war enorm. Nach der Niederlage standen nur noch Trainer Svetislav Pesic und Neuzugang Neno Dimitrijevic für ein kurzes Interview zur Verfügung. Stars wie Welt- und Europameister Andreas Obst, Kapitän Vladimir Lucic oder Center Johannes Voigtmann verließen wortlos die Halle.
Auch bei Trainer Pesic war die Stimmung nach dem ersten großen Rückschlag seit seiner Rückkehr nach München am Tiefpunkt. Bei der Pressekonferenz korrigierte er erregt den Medienchef, der sagte, die Bayern hätten verloren: „Haben wir verloren oder hat Bamberg gewonnen?“, fragte der 76-jährige Serbe.
Verfehltes Saisonziel und Konsequenzen
Mit dem Halbfinal-Aus ist das erste große Saisonziel der Bayern bereits gescheitert. Dabei hatten die Verantwortlichen den Pokalgewinn diesmal explizit als Ziel formuliert und sogar erreicht, dass die Endrunde in München stattfand - ursprünglich war Düsseldorf als Austragungsort vorgesehen.
Bayern-Präsident Herbert Hainer hatte vor dem Spiel im Streamingdienst Dyn deutlich gemacht: „Ich mache keinen Hehl daraus, dass das im vergangenen Jahr eine Riesenenttäuschung für uns war“, und dass man dies reparieren müsse. Doch aus der Reparatur wurde nichts.
Für die Münchner bleibt nun nur noch die deutsche Meisterschaft als realistische Titelchance. In der Euroleague hat Pesic die Mannschaft zwar wieder auf Kurs gebracht, doch ein Einzug in die Play-Ins scheint bei aktuell vier Siegen Rückstand auf Platz zehn bei noch zehn ausstehenden Spielen kaum mehr realistisch.
Der Pokalsieg markiert für Bamberg eine Rückkehr in die nationale Spitze und unterstreicht die Qualität des fränkischen Basketballs. Für Bayern München hingegen bedeutet die Niederlage eine herbe Enttäuschung und wirft Fragen über die weitere Saisonplanung auf.



