Hertha-Coach Leitl kritisiert Bürgermeister Wegner: Olympia-Besuch statt Pokal-Support
Hertha-Coach kritisiert Wegner: Olympia statt Pokal-Support

Hertha-Coach Leitl übt scharfe Kritik an Berlins Bürgermeister Wegner

Der Trainer von Hertha BSC, Stefan Leitl, hat in deutlichen Worten Berlins Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) kritisiert. Der Grund: Wegner verpasste das wichtige DFB-Pokalspiel seines Vereins gegen den SC Freiburg, um stattdessen die Olympischen Winterspiele in Mailand zu besuchen. „Sein Support wäre heute auch wichtig gewesen. Da kritisiere ich ihn schon“, sagte Leitl vor dem Anpfiff der Partie im Interview mit Sky. Der Trainer zeigte sich sichtlich enttäuscht über die Abwesenheit des prominenten Fans.

Wegners Olympia-Mission in Mailand

Am Nachmittag des Spieltages hatte sich Kai Wegner in Italien unter anderem den Sieg der deutschen Eishockey-Frauen live angesehen. In einer offiziellen Erklärung begründete der Bürgermeister seine Reise: „Bei dieser Reise geht es darum, ein klares Signal an die olympische Familie zu senden: Berlin ist bereit für Olympische und Paralympische Spiele“. Weiter fügte er hinzu: „Die Begeisterung, die wir in Italien erleben, wollen wir auch in unsere Stadt tragen.“ Berlin bewirbt sich aktiv um die Ausrichtung Olympischer Sommerspiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044.

Leitls klare Ansage an den Bürgermeister

Die Kritik von Stefan Leitl fiel nicht aus heiterem Himmel. Bereits in der vergangenen Woche hatte Kai Wegner in der „Bild“-Zeitung erklärt, dass es sein Kindheitstraum sei, Hertha BSC im Pokalfinale zu erleben. Auf diese Aussage reagierte der Hertha-Coach prompt und deutlich: „Dann soll der aber auch nicht in Italien Sport gucken, sondern hier in Berlin im Stadion sein.“ Leitl betonte damit die Erwartungshaltung an den bekennenden Hertha-Fan Wegner, in wichtigen Momenten präsent zu sein.

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Berliner Olympia-Ambitionen im Fokus

Die Hintergründe der Kontroverse liegen in den sportpolitischen Ambitionen der Hauptstadt. Berlin will die Olympischen Sommerspiele in naher Zukunft ausrichten. Die finale Entscheidung über den deutschen Bewerber soll auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am 26. September getroffen werden. Noch ist offen, für welche Austragungsjahre sich der DOSB entscheiden wird – die Optionen liegen bei 2036, 2040 oder 2044. Wegners Besuch in Mailand diente somit auch der Netzwerkpflege für diese Bewerbung.

Historischer Kontext der Hertha-Profis

Die aktuelle Situation gewinnt zusätzlich an Brisanz durch die historische Bedeutung des Pokalwettbewerbs für Hertha BSC. Die Berliner Profis standen bisher noch nie in ihrer Vereinsgeschichte im Finale des DFB-Pokals. Jedes Pokalspiel hat daher besonderes Gewicht für den Verein und seine Anhänger. Die Abwesenheit des prominenten Fans und politischen Unterstützers Kai Wegner in einem solchen Moment wurde von Trainer Leitl entsprechend deutlich moniert.

Abschließend richtete Stefan Leitl noch einen Appell an den Bürgermeister: „Vielleicht kommt er ja Samstag dann gegen Hannover“. Damit verwies der Trainer auf das nächste wichtige Spiel von Hertha BSC, bei dem er sich die Unterstützung Wegners im Olympiastadion erhofft. Die Spannung zwischen sportlicher Leidenschaft und politischen Verpflichtungen bleibt in der Hauptstadt damit weiterhin spürbar.

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