Internationaler Bericht dokumentiert Hai-Angriffe: 65 unprovozierte Vorfälle im Jahr 2025
Die Datenbank Isaf des Florida Museum of Natural History in Gainesville, USA, hat für das Jahr 2025 weltweit 65 unprovozierte Hai-Angriffe auf Menschen registriert. Diese Zahl liegt etwas unter dem Zehnjahres-Durchschnitt von 72 Vorfällen. Von den dokumentierten Angriffen endeten neun Fälle tödlich, was die extrem niedrige Wahrscheinlichkeit eines tödlichen Hai-Angriffs unterstreicht.
USA und Australien als Hotspots für Hai-Angriffe
Die Vereinigten Staaten bleiben mit 38 Prozent der erfassten Fälle Spitzenreiter bei den Hai-Angriffen. Australien folgt mit 32 Prozent der Angriffe, wobei hier 56 Prozent der tödlich geendeten Vorfälle verzeichnet wurden. Die australischen Küsten sind Heimat der drei Haiarten, die für die schwersten Bisse verantwortlich sind: Weißer Hai, Tigerhai und Bullenhai. Insgesamt sind in australischen Gewässern alle 13 Haiarten vertreten, von denen bekannt ist, dass sie zu Angriffen auf Menschen führen können.
Surfer als besonders gefährdete Gruppe
Erneut betrafen rund ein Drittel der weltweit erfassten Hai-Angriffe Surfer. Gavin Naylor, Direktor des Haiforschungsprogramms des Naturkundemuseums, erklärte dazu: „Die Menschen surfen dort, wo es gute Wellen gibt, und wo es gute Wellen gibt, gibt es Trübungen, und wo es Trübungen gibt, gibt es oft Fische, die Haie anziehen.“ Die Trübung verringere zudem die Sicht und mache Fehlangriffe wahrscheinlicher.
Kontext und Hintergründe zu Hai-Populationen
Die Wahrscheinlichkeit eines tödlichen Hai-Angriffs ist im Vergleich zu anderen Risiken minimal. Allein in den USA werden jährlich über 4000 Ertrunkene erfasst, während Blitze geschätzt 24.000 Todesfälle weltweit verursachen. Die Populationen großer Haiarten sind heute wesentlich kleiner als noch vor einigen Jahrzehnten. Nach Angaben des Florida Museum of Natural History gibt es rund 1200 Arten von Knorpelfischen, über 500 davon sind Haiarten. Fossilienfunde belegen, dass Vorfahren der heutigen Haie bereits vor über 400 Millionen Jahren in den Meeren schwammen und damit schon vor den Dinosauriern lebten. Zahlreiche Haiarten sind jedoch gefährdet, wie Naylor betont: „Sie sind eindeutig widerstandsfähig - aber jetzt sind wir hier.“
Der Jahresbericht der International Shark Attack File (Isaf) dokumentiert ausschließlich Angriffe, bei denen der Mensch die Attacke des Hais nicht provoziert hat. Fälle, in denen das Tier absichtlich oder unbeabsichtigt berührt oder gereizt wurde – etwa beim Speerfischen oder beim Versuch, einen Hai aus einem Netz zu befreien – werden nicht aufgenommen. Diese klare Abgrenzung ermöglicht eine präzise Analyse der unprovozieren Hai-Angriffe und trägt zum besseren Verständnis der Interaktionen zwischen Menschen und Haien bei.



