KI entschlüsselt Regeln eines 1500 Jahre alten römischen Brettspiels aus Kalkstein
KI knackt Regeln von 1500 Jahre altem Römer-Spiel

KI entschlüsselt Regeln eines 1500 Jahre alten römischen Brettspiels

Ein faszinierender Fund aus der Römerzeit hat Archäologen in den Niederlanden beschäftigt: Eine auffällig flache Kalksteinplatte mit verzierten Linien, die als Spielbrett diente. Doch für welches Spiel genau, blieb lange ein Rätsel – bis ein niederländischer Archäologe die Hilfe einer Künstlichen Intelligenz in Anspruch nahm.

Entdeckung im Museum

Der Archäologe Walter Crist stieß im Archiv eines Museums in Heerlen auf die 21 mal 14,5 Zentimeter große Kalksteinplatte aus der römischen Antike. Über Jahrhunderte lag sie verschüttet in den Ruinen von Coriovallum, dem antiken Namen von Heerlen. "Das Erscheinungsbild des Steins, zusammen mit den Abnutzungsspuren, deutete stark auf ein Spiel hin, aber ich erkannte kein Muster zu anderen antiken Spielen", erklärte Crist laut der Universität Leiden.

Spuren unter dem Mikroskop

Unter dem Mikroskop wurden auffällige Abnutzungsspuren sichtbar, genau dort, wo man Spielfiguren entlangschieben würde. Ein detaillierter 3D-Scan zeigte, dass einige Kratzer um den Bruchteil eines Millimeters tiefer waren als andere, was auf intensive Nutzung hindeutet. Diese Spuren waren der Schlüssel zur Entschlüsselung des Spiels.

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KI-gestützte Analyse

Um herauszufinden, welche Spielweise solche Spuren erzeugt, nutzte Crist gemeinsam mit einem internationalen Forschungsteam ein KI-gestütztes Spielprogramm der Universität Maastricht. Zwei KI-Agenten traten gegeneinander an, wobei der Stein als Spielbrett diente. Die KI war mit Regeln jahrhundertealter Brettspiele aus Europa trainiert worden.

Ergebnis: Ein Blockierspiel

Die Analyse ergab, dass die Spuren am besten zu sogenannten Blockierspielen passen, bei denen es darum geht, die Steine des Gegners so einzukesseln, dass sie nicht mehr bewegt werden können. Bisher waren solche Spiele erst ab dem Mittelalter bekannt. Die Studie, veröffentlicht im Fachblatt »Antiquity«, deutet darauf hin, dass Blockierspiele Jahrhunderte älter sind als angenommen und bereits bei den alten Römern beliebt waren.

Neue Möglichkeiten für die Archäologie

"Zum ersten Mal haben wir KI-Simulationen mit archäologischen Methoden verbunden, um ein Brettspiel zu identifizieren", sagt Crist. Diese innovative Kombination eröffnet Archäologinnen und Archäologen neue Wege, um Spiele aus antiken Kulturen zu erkennen und zu verstehen. Die Forschenden hoffen, in Zukunft weitere Spielregeln der Antike entschlüsseln zu können.

Diese Entdeckung unterstreicht, wie moderne Technologien wie Künstliche Intelligenz dazu beitragen können, historische Geheimnisse zu lüften und unser Verständnis vergangener Zivilisationen zu vertiefen.

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