Potsdamer Astrophysiker mit bedeutendem Wissenschaftspreis geehrt
Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) hat am Mittwoch den Johann-Wempe-Preis an Dr. Sebastian Kamann von der Liverpool John Moores University verliehen. Der Potsdamer Wissenschaftler wird für seine herausragenden Forschungsleistungen im Bereich der Sternenphysik ausgezeichnet, insbesondere für seine Untersuchungen zu Kugelsternhaufen.
Revolutionäre Software für die Sternenforschung
Sebastian Kamann, der Physik an der Universität Potsdam studierte und als einer der jüngsten Doktoranden am AIP promovierte, entwickelte die innovative Software PampelMUSE. Diese ermöglichte erstmals die detaillierte Untersuchung einzelner Sterne in extrem dicht gepackten Sternhaufen. Grundlage dieser bahnbrechenden Arbeit bilden Daten der hochmodernen MUSE-Spektografen am Very Large Telescope in Chile, der weltweit größten erdgebundenen Teleskopanlage.
Bahnbrechende Entdeckungen in der Astrophysik
Kamanns Forschung führte zu zwei wesentlichen Erkenntnissen:
- Der Nachweis, dass die meisten Kugelsternhaufen – kugelförmige Ansammlungen von bis zu mehreren Millionen Sternen, die unsere Milchstraße umgeben – rotieren.
- Die entscheidende Mitwirkung an der Entdeckung sogenannter inaktiver Schwarzer Löcher, auch als ruhende Schwarze Löcher bekannt.
Tradition und Auszeichnung
Der Johann-Wempe-Preis, der seit dem Jahr 2001 vergeben wird, erinnert an Prof. Johann Wempe, den letzten Direktor des ehemaligen Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam. Die Auszeichnung beinhaltet eine Einladung zu einem mehrmonatigen Gastaufenthalt am AIP, der mit einer angemessenen finanziellen Ausstattung verbunden ist. Diese Ehrung unterstreicht die internationale Bedeutung von Kamanns Forschungsarbeit für das Fachgebiet der Astrophysik.



