Gemeinsames Projekt: Aus verwildertem Dorfteich entsteht neues Biotop
Die Gemeinden Sommersdorf und Meesiger haben ein ambitioniertes Umweltprojekt gestartet: Sie verwandeln einen ehemaligen, vollständig verwilderten Dorfteich in ein neues Biotop. Diese Maßnahme dient als ökologischer Ausgleich für die notwendigen Eingriffe in die Natur, die mit dem Wiederaufbau des Hafens in Sommersdorf am Kummerower See verbunden sind. Die beiden Bürgermeister Gerd Müller und Michael Fernow betonen die gute Zusammenarbeit und das gemeinsame Ziel, die Region attraktiver zu gestalten.
Wintermonate für Vorbereitungen genutzt
Während die Bauarbeiten am Hafen aufgrund der eisbedeckten Uferbereiche des Kummerower Sees derzeit ruhen, wurden im Februar wichtige Vorarbeiten für das Biotop-Projekt erledigt. Ursprünglich waren die Ausgleichsmaßnahmen im Sommersdorfer Tannenkamp geplant, doch diese erwiesen sich als nicht ausreichend. Nach einem Gespräch zwischen den Bürgermeistern fiel die Entscheidung, stattdessen das Gelände des ehemaligen Dorfteiches in Meesiger zu renaturieren.
Bürgermeister Michael Fernow erinnert sich mit Wehmut: „In meiner Kindheit badeten wir in den Sommermonaten in diesem Teich und spielten im Winter auf der Eisfläche Eishockey. Es war ein wunderbarer Teich.“ Dennoch ist er realistisch: „Ich glaube nicht, dass das kleine Gewässer wieder in den damaligen Zustand gebracht werden kann.“
Renaturierung schreitet voran
Die Gemeinden ließen umfangreichen Wildwuchs entfernen, wobei gefällte Bäume und Totholz bewusst liegen bleiben, um die Entstehung des neuen Biotops zu fördern. Ob sich das ehemalige Teichbecken wieder mit Wasser füllt, bleibt abzuwarten. Die Pentzer Erd- und Landschaftsbaufirma Schmitz legte im Zuge der Ausgleichsmaßnahme einen neuen Wassereinlauf von der Regenwasserleitung bis zum Teichgelände an – eine kostenlose Aktion, die die Verbundenheit des Unternehmens mit der Natur am Kummerower See unterstreicht.
Zusätzlich errichtete die Gemeinde Meesiger einen Unterstand am Abzweig zum Teich. Die Pflege der Rasenfläche übernimmt die Gemeinde selbst, während die Familie Brandt die Bepflanzung der Blumenkübel und deren Bewässerung übernahm. Geplant ist außerdem die Anbringung von Nistkästen im neuen Biotop.
Hafenbau schreitet planmäßig voran
Trotz des aktuellen Baustillstands am Hafen liegt das Projekt im Zeitplan. Ein großer Steinhaufen auf dem Hafengelände zeigt, dass die Wasserbau-Spezialisten um Holger Roock aus Grimmen bereits alles für die Fortsetzung der Arbeiten vorbereitet haben. Sobald die Peene wieder schiffbar ist, können die benötigten Pontons aus Anklam nach Sommersdorf gebracht werden, um den Steinwall für die Mole aufzuschütten.
Bürgermeister Gerd Müller ist zuversichtlich: „Der neue Hafen wird Sommersdorf für alle Naherholungssuchenden und Wassersportler zu einem attraktiven Ausflugsziel machen.“ Der Termin für die offizielle Eröffnung soll rechtzeitig bekannt gegeben werden.
Gemeinsame Vision für die Region
Sommersdorf und Meesiger sehen sich nicht als Konkurrenten, sondern als Partner. „Als Gemeinden gehen wir Hand in Hand, und mit dem neuen Hafen wird eine Kette in unserem Naherholungskonzept geschlossen“, betonen beide Bürgermeister einstimmig. Das Biotop-Projekt und der Hafenausbau sind Teil einer umfassenden Strategie, die natürlichen Ressourcen der Region zu erhalten und gleichzeitig touristische Attraktivität zu steigern.
Die Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg zeigt, wie regionale Projekte erfolgreich umgesetzt werden können, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Sowohl das neue Biotop als auch der wiederhergestellte Hafen werden langfristig die Lebensqualität in der Region am Kummerower See verbessern.



