Auenlandschaften in der Prignitz: Klimaschützer und Artenvielfalt im Fokus
Die sensiblen Auenlandschaften der Prignitz stehen im Mittelpunkt intensiver Schutzbemühungen und wissenschaftlicher Forschung. Diese einzigartigen Ökosysteme sind nicht nur für den Erhalt seltener Tier- und Pflanzenarten von unschätzbarem Wert, sondern erweisen sich zunehmend als bedeutende Klimaschützer. Naturschützer wie Henrik Kempkes vom Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe weisen regelmäßig auf die Folgen menschlicher Eingriffe hin, etwa den Rückgang von Moorfröschen im Rambower Moor.
Forschungsergebnisse zeigen beeindruckende Kohlenstoffspeicherung
Erkenntnisse aus zwei Jahren Forschung im Rahmen des Median-Projektes im Unesco-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe belegen die herausragende Bedeutung intakter Auenwälder. Laut den Untersuchungen, bei denen das BUND-Auenzentrum als Umsetzungspartner fungierte, kann ein alter Hartholz-Auenwald in einer aktiven Aue beeindruckende 160,50 Tonnen Kohlenstoff je Hektar in Stamm und Ästen speichern. Hinzu kommen weitere 149,10 Tonnen Kohlenstoff je Hektar im Wurzelwerk.
Im Vergleich dazu speichert ein durchschnittlicher Wald insgesamt kaum mehr als 180 Tonnen Kohlenstoff je Hektar. Deutlich geringer fällt die Speicherkapazität bei jungen Hartholz-Auenwäldern aus, die 50,2 Tonnen Kohlenstoff je Hektar in oberirdischer Biomasse und 110,4 Tonnen im Wurzelwerk binden.
Regionalgespräch zur Auenentwicklung in Rühstädt
Am Mittwoch, dem 4. März, lädt das BUND-Auenzentrum Burg Lenzen alle interessierten Bürger zum zweiten Regionalgespräch nach Rühstädt ein. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr im Rühstädter Speicher, der sich in unmittelbarer Nähe zum Schloss befindet. Im Mittelpunkt der Diskussion steht die Voruntersuchung zur Auenentwicklung in der brandenburgischen Elbtalaue, die kurz vor ihrem Abschluss steht.
Diese Voruntersuchung mit einer Laufzeit von Juli 2024 bis Juni 2026 wird durch das Bundesamt für Naturschutz im Rahmen des Bundesprogramms „Blaues Band Deutschland“ gefördert. Das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg fungiert dabei als enger Kooperationspartner.
Konkrete Maßnahmen für 211 Hektar Auenfläche
Das Vorhaben zielt darauf ab, den Zustand der Auen auf 211 Hektar landeseigener Flächen im Biosphärenreservat nahe Rüstädt, Gnevsdorf und Quitzöbel nachhaltig zu verbessern. Auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse soll sich voraussichtlich ab Mitte 2026 ein umfassendes Umsetzungsprojekt anschließen.
Zu Beginn der etwa zweistündigen Veranstaltung wird das Projektteam den aktuellen Stand der Voruntersuchung präsentieren und geplante Maßnahmen vorstellen, darunter:
- Die Anbindung von Nebenrinnen der Elbe zur Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit
- Geplante Pflanzungen von Auenwald zur Wiederherstellung natürlicher Waldstrukturen
- Die Entwicklung von artenreichem Grünland als Lebensraum für spezialisierte Pflanzen und Tiere
- Angebote zum Naturerleben, die die Bedeutung der Auenlandschaften für die Öffentlichkeit erfahrbar machen
Interessierte werden um Anmeldung bis Montag, den 2. März, bei Heiko Bölk vom BUND-Auenzentrum gebeten. Erreichbar ist Herr Bölk unter der Telefonnummer 038792 / 5078 108 oder per E-Mail unter der angegebenen Adresse.



