Einstweilige Verfügung schützt historische Eschen in München
Ein Gericht in München hat die geplante Fällung dreier etwa 100 Jahre alter Eschen an der Königinstraße 24 in der Maxvorstadt vorerst gestoppt. Der Eigentümer der Immobilie hatte die Bäume als nicht verkehrssicher eingestuft und die Fällung beantragt, was die Stadt München zunächst genehmigte. Diese Entscheidung wird nun von Naturschützern und einem Naturschutzverband als möglicherweise rechtswidrig angefochten.
Baumschützer und Politiker vereint im Protest
Am Freitagmorgen, dem 27. Februar 2026, versammelten sich Baumschützer vor den drei alten Eschen, um gegen die geplante Fällung zu protestieren. Unter den Demonstranten befanden sich Christian Hierneis vom Bund Naturschutz, die Bezirksausschussvorsitzende Svenja Jarchow von den Grünen und Stadtrat Tobias Ruff von der ÖDP. Sie alle lehnen die städtische Genehmigung entschieden ab und argumentieren, dass die Bäume einen hohen ökologischen und historischen Wert für das Stadtbild haben.
Die Klage des Naturschutzverbands führte zu einer einstweiligen Verfügung, die die Fällung bis zur endgültigen gerichtlichen Entscheidung aussetzt. Dies markiert einen vorläufigen Erfolg für die Baumschützer, die betonen, dass alternative Maßnahmen zur Verkehrssicherheit geprüft werden sollten, anstatt die alten Bäume zu entfernen.
Rechtliche Auseinandersetzung um Verkehrssicherheit
Der Eigentümer begründet seinen Antrag mit Bedenken zur Verkehrssicherheit, da die Eschen möglicherweise instabil sein könnten. Die Stadt München hatte diese Argumentation akzeptiert und die Fällung genehmigt. Kritiker werfen der Behörde jedoch vor, nicht ausreichend geprüft zu haben, ob weniger invasive Lösungen wie regelmäßige Kontrollen oder bauliche Sicherungsmaßnahmen möglich wären.
Die rechtliche Debatte konzentriert sich nun auf die Frage, ob die Genehmigung rechtswidrig war. Experten weisen darauf hin, dass in solchen Fällen eine Abwägung zwischen Eigentumsrechten und Naturschutzinteressen erforderlich ist. Die Eschen, die seit einem Jahrhundert das Straßenbild prägen, gelten als wichtiger Teil des Münchner Grünerbes.
Ausblick auf weitere Entwicklungen
Der Fall hat überregionale Aufmerksamkeit erregt und wirft grundsätzliche Fragen zum Umgang mit alten Bäumen in städtischen Gebieten auf. Während das Gericht seine endgültige Entscheidung noch aussteht, planen die Baumschützer, ihren Widerstand fortzusetzen. Sie fordern eine transparente Prüfung aller Alternativen und betonen die Bedeutung solcher Bäume für das Klima und die Lebensqualität in der Stadt.
In München, wo der Erhalt von Grünflächen ein zentrales Thema ist, könnte dieser Präzedenzfall künftige Entscheidungen beeinflussen. Die Öffentlichkeit bleibt gespannt, ob die Eschen langfristig erhalten werden können oder ob die Argumente des Eigentümers letztlich überwiegen.



