Heimische Molche im Garten: Fünf Arten und ihre Besonderheiten
Plötzlich bewegt sich etwas im stillen Wasser des Gartenteichs: Zwischen den Wasserlinsen huscht kein Frosch, sondern ein scheuer Molch. Diese faszinierenden Amphibien gehören zu den Schwanzlurchen wie Salamander und tragen – im Gegensatz zu Fröschen – einen charakteristischen Schwanz. Obwohl sie weniger bekannt sind als Kröten oder Frösche, besuchen Molche durchaus auch heimische Gartenteiche und sind wichtige Indikatoren für eine intakte Umwelt.
Fünf heimische Molcharten in Deutschland
In Deutschland leben insgesamt fünf verschiedene Molcharten, die sich in Aussehen, Größe und Lebensraum unterscheiden. Diese scheuen Amphibien werden oft übersehen, da sie sich tagsüber und nachts verstecken und an Land meist nachtaktiv sind. Molche können fünf bis zehn Jahre alt werden und sind sowohl tag- als auch nachtaktiv.
Die Arten im Detail
Teichmolch (Lissotriton vulgaris): Dies ist die häufigste Molchart in Deutschland. Während der Paarungszeit trägt das Männchen einen hohen, gewellten Kamm, während der Schwanz in einem leuchtenden Orange erstrahlt. Die Weibchen heften bis zu 300 Eier einzeln an Wasserpflanzen an. Interessanterweise bleiben manche erwachsenen Tiere durch Neotonie dauerhaft im Larvenstadium.
- Erkennungsmerkmale: Bis zu elf Zentimeter lang, meist braun mit dunklen Flecken, abgeflachter Ruderschwanz
Kammmolch (Triturus cristatus): Der größte heimische Molch, der im Frühjahr beim Männchen einen gezackten Hautsaum zeigt. Er ernährt sich von Insektenlarven, Würmern und gelegentlich auch von Amphibiennachwuchs.
- Erkennungsmerkmale: Bis zu 18 Zentimeter groß, dunkler Rücken, gelb-oranger Bauch mit schwarzen Flecken
Alpen-Kammmolch (Triturus carnifex): Ursprünglich aus dem Alpenraum stammend, wurde diese Art in manchen Regionen ausgesetzt und verdrängte teilweise den heimischen Kammmolch, was zur Entstehung von Hybriden führte.
- Erkennungsmerkmale: Bis zu 18 Zentimeter groß, gelb-orange Unterseite, spitzer gezackter Kamm beim Männchen, gelbe Rückenlinie beim Weibchen
Bergmolch (Ichthyosaura alpestris): Diese Art ist fast bundesweit verbreitet und ein typischer Bewohner gewässerreicher Wälder der Mittelgebirgszone. In der Paarungszeit bekommen die Männchen eine charakteristische blaue Rückenfärbung.
- Erkennungsmerkmale: Neun bis zwölf Zentimeter groß, orangefarbene Unterseite und blauer Flankenstreifen
Fadenmolch (Lissotriton helveticus): Diese zierlichere Art besitzt keinen Kamm, sondern einen Hautsaum. Die Weibchen entwickeln zur Laichzeit einen kleinen Faden am Schwanz und sind von Teichmolchweibchen nur sehr schwer zu unterscheiden.
- Erkennungsmerkmale: 8,5 bis 9,5 Zentimeter groß, ungewellter Hautsaum, gelblich-braune Färbung
Wo Sie Molche beobachten können
Molche verstecken sich ausgezeichnet vor Fressfeinden und benötigen Geduld bei der Beobachtung. Entdecken können Sie sie am Gartenteich oder nachts mit einer Taschenlampe am Ufer. Ein Fernglas hilft dabei, den notwendigen Abstand zu wahren. Wichtig zu wissen: Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist es streng verboten, wildlebende Tiere zu fangen, zu stören oder zu verletzen. Ein Kescher im Teich ist daher absolut tabu.
Wer genau hinschaut, entdeckt im stillen Wasser kleine Drachen und versteht, warum diese unscheinbaren Tiere besonderen Schutz verdienen. Ihre Anwesenheit zeigt eine gesunde Umwelt und trägt zur Artenvielfalt in deutschen Gärten bei.



