Saatguttauschbörse in Rühstädt: NABU-Event vereint Hobbygärtner und fördert regionalen Austausch
Saatguttauschbörse in Rühstädt lockt zahlreiche Hobbygärtner an

Saatguttauschbörse in Rühstädt: Ein Fest für Hobbygärtner und regionale Gemeinschaft

Am vergangenen Sonnabend strömten zahlreiche Hobbygärtner zur beliebten Saatguttauschbörse ins NABU-Besucherzentrum Rühstädt. Die jährliche Veranstaltung im Frühjahr hat sich zu einem festen Termin im Kalender vieler Pflanzenfreunde entwickelt, die hier nicht nur Samen tauschen, sondern auch in geselliger Runde zusammenkommen.

Vielfalt auf den Tischen: Von Blumen bis Gemüse

In den Räumlichkeiten des Besucherzentrums standen kleine Gläser und Tütchen mit einer beeindruckenden Vielfalt an Samen bereit. Blumen, Gemüse und Kräuter wechselten hier ihre Besitzer – ein Angebot, das von den Besuchern selbst mitgebracht wurde. Wer keine eigenen Samen zum Tausch dabeihatte, war dennoch herzlich willkommen, um die Vielfalt zu bestaunen oder einfach nur dabei zu sein.

„Es soll auch ein soziales Event sein, wo Leute aus der Region zusammenkommen und sich austauschen können“, erklärt Nadine Pedde, Umweltpädagogin beim NABU Rühstädt. Die Besucher kamen aus Rühstädt und der Umgebung, darunter auch Gäste aus der Rehaklinik in Bad Wilsnack. Sogar neugierige Berliner hatten den Weg in die Prignitz gefunden, um sich das Event anzusehen.

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Persönliche Geschichten: Von Färberkamille bis Kapuzinerkresse

Eine der Besucherinnen war Anke Zschach aus Bad Wilsnack, die zum ersten Mal an der Tauschbörse teilnahm. „In den vergangenen Jahren habe ich sie immer verpasst, hatte vom Termin her nicht gepasst“, berichtet die Kurstädterin. Diesmal war sie erfolgreich und nahm Samen von Wildkräutern, Gartenkresse und Schmuckkörbchen mit.

Besonders begeistert war sie von der Färberkamille. „Mal sehen, ob ich meine Schafswolle damit färben kann, habe davon keine Ahnung. Ich werde mich mal im Internet darüber schlau machen“, sagte sie schmunzelnd. Anke Zschach hat vor gut eineinhalb Jahren mit weiteren Frauen die Spinnerinnen-Gruppe in Bad Wilsnack gegründet und brachte im Tausch Kapuzinerkresse-Samen mit. „Da war so viel da, dass ich gerne davon etwas abgebe“, erklärte sie.

Breites Angebot und Ausblick auf die nächste Veranstaltung

Die Auswahl bei der Tauschbörse war beeindruckend: Von Inkabohnen und gelben Stangenbohnen über Mohn bis hin zu Studentenblumen war für jeden Geschmack etwas dabei. Auch der NABU selbst beteiligte sich mit Samen aus dem eigenen Gemüse- und Kräutergarten, darunter Hokkaido-Kürbis, verschiedene Bohnensorten, Petersilie und Koriander.

Nadine Pedde wies bereits auf die nächste Veranstaltung hin: Am 30. Mai findet eine Jungpflanzentauschbörse statt. „Wenn jemand von einer Sorte ganz viele hat, kann er sie gern tauschen“, so die Umweltpädagogin. Denn oft sei ungewiss, wie viele Pflanzen aus den ausgesäten Samen tatsächlich hervorgehen, und bei Überschüssen biete sich eine Tauschbörse ideal an.

Die Saatguttauschbörse in Rühstädt hat einmal mehr gezeigt, wie solche Events nicht nur die Vielfalt in den Gärten fördern, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl in der Region stärken. Ein gelungenes Beispiel für nachhaltigen und sozialen Austausch im ländlichen Raum.

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