David Safiers „00-Laschet“: Armin als Geheimagent – Hörbuch-Kritik
„00-Laschet“: Armin Laschet als Geheimagent im Hörbuch

Ein Lachen kostete Armin Laschet die Kanzlerschaft, doch in David Safiers neuem Hörbuch „00-Laschet“ steigt der ehemalige CDU-Vorsitzende zum Bundespräsidenten auf – und wird zum Ziel des britischen Geheimdienstes MI6. Die knapp siebeneinhalb Stunden lange Hörspielproduktion des Rowohlt Verlags (erschienen bei Argon) entführt die Zuhörer in eine skurrile Welt aus Banketten, Promi-Begegnungen und Agentenintrigen.

Vom Kanzlerkandidaten zum Staatsoberhaupt

Armin Laschet, einst durch ein verhängnisvolles Lachen im Ahrtal um die Kanzlerschaft gebracht, residiert in Safiers Fantasie nun im Schloss Bellevue. Er freut sich auf gute Küche, Bankette und Begegnungen mit Stars wie Meryl Streep, Glenn Close oder Madonna. Doch die Idylle platzt, als ein bewaffneter Mann im Anzug ihn in der Schlossküche überrascht. Der Attentäter bricht zusammen, und die Nachbarstochter Kimi entpuppt sich als Geheimagentin des „Bellevue Geheimdienstes“ (BG). Der Butler, in Wahrheit „Nummer 1“ des BG, klärt Laschet auf: Er soll als Türöffner für Spione dienen – ein Bundespräsident hat schließlich Zugang zu den Mächtigen dieser Welt.

Warum will der MI6 Laschet töten?

Die Frage, weshalb der MI6 den Bundespräsidenten ausschalten will, treibt die Handlung voran. Der BG identifiziert den Angreifer als britischen Agenten, doch der MI6 streut jede Beteiligung. „00-Laschet“ wird mit Kimi nach Schloss Windsor geschickt, wo er auf König Charles und Camilla trifft und mit einem unvergesslichen „I have to go for the little Königstiger“ für Lacher sorgt. Auch Brad Pitt kreuzt den Weg. Doch erneut wird Laschet zur Zielscheibe. Ein großkopferter Bösewicht – nicht Markus Söder, wie der Autor betont – plant die Weltherrschaft und muss an Laschet vorbei.

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Ein Agentenabenteuer voller Humor und Selbstironie

David Safier, bekannt für die „Miss Merkel“-Reihe, schickt seinen Helden auf eine Reise um die Welt: Vatikan, London, Grönland. Laschet erlebt Madonna live, kämpft gegen reiche Schurken in der Art von Elon Musk und Donald Trump und bewundert Gadgets des BG-Waffenbauers, die an James Bond erinnern. Die Hörbuchfassung wird von Thomas Nicolai meisterhaft interpretiert, der jeder Figur eine eigene Stimme verleiht – von KI-Stimmen, die an Scarlett Johansson erinnern, bis zu Bösewichten im Bond-Stil. Der Humor ist mal feinsinnig, mal derb, und die deutsche Politprominenz – insbesondere Markus Söder und Friedrich Merz – bekommt ihr Fett weg.

Sympathieträger Laschet: Katholik aus Aachen mit Tigerpuschen

Laschet wird als liebenswerter Tollpatsch gezeichnet: Er trägt Tigerpuschen, fährt einen 17 Jahre alten Golf, spricht mit Mäusen und Schneekaninchen, kann nicht kochen und ist tierlieb. Seine Kindheit als „einer von drei Chinesen mit Kontrabass“ beim Karneval wird ebenso thematisiert wie seine katholische Prägung. Der Zuhörer kommt nicht umhin, ihn sympathisch zu finden. Safier gelingt es, die Figur des Armin Laschet menschlich darzustellen – trotz aller Absurdität.

Fazit: Ein Hörvergnügen für Fans politischer Satire

„00-Laschet“ ist ein unterhaltsames Agentenabenteuer, das mit viel Selbstironie und politischem Witz punktet. Die Spieldauer von rund siebeneinhalb Stunden erfordert zwar Geduld, belohnt aber mit einer herrlich schrägen Geschichte. Offen bleibt, ob das Werk verfilmt wird, ob es ein Crossover mit „Miss Merkel“ gibt – und ob der tollpatschige Armin die Welt retten kann. Die Antwort darauf müssen Hörer selbst entdecken.

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