„Das Manko“: Neue ZDF-Comedyserie bricht mit Sehgewohnheiten
„Das Manko“: Neue ZDF-Comedyserie bricht mit Sehgewohnheiten

Die ZDF-Comedyserie „Das Manko“ über inkompetente Angestellte bricht radikal mit deutschen Sehgewohnheiten und wird als Kunstfernsehen gefeiert. Die bei Festivals in Lille, Köln und Valencia ausgezeichnete Arbeitswelt-Groteske stammt vom „Stromberg“-Macher Arne Feldhusen. Hier sind die wichtigsten Fragen und Antworten.

Worum geht es in „Das Manko“?

„Elf unfähige Behördenangestellte sollen gefeuert werden, landen jedoch durch ein Versehen in einem Weiterbildungsprogramm für High Performer“, beschreibt das ZDF zusammen mit der Produktionsfirma Razor Film die Handlung. „Der Beginn einer absurden Odyssee.“ In der ersten Folge setzt ein Unternehmensberater einem Abteilungsleiter, gespielt von Bjarne Mädel, zu: „Und in diesem Umschlag sind die Leute, die sie dringend freistellen sollten, das Manko ihrer Firma.“ Dies erklärt auch den Serientitel.

Wie lang ist die Serie?

Die vier Folgen dauern jeweils zwischen 20 und 25 Minuten, die Gesamtlänge beträgt unter 90 Minuten – also normale Fernsehfilmlänge, aber in ungewöhnlicher Form. Der „Spiegel“ meinte: „Nur ein Manko hat 'Das Manko': Mit vier Folgen ist die Serie viel zu kurz.“ Allerdings gibt es auch Redundanzen, etwa mit einem autonomen Bus, dessen Komik überreizt wird.

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Wer steckt hinter der Serie?

Das Projekt entstand unter der Regie von Arne Feldhusen gemeinsam mit dem Schauspielensemble „Das Manko GbR“. Feldhusen zeigte bereits bei Serien wie „Stromberg“ (einer Adaption der britischen Serie „The Office“) und „Der Tatortreiniger“ mit Bjarne Mädel sein Talent für skurrile Arbeitswelten. „Seit über 20 Jahren drehe ich vor allem komödiantische Serien – doch noch nie hat mich ein Projekt so beglückt wie 'Das Manko'“, zitiert das ZDF den Regisseur. „Das elfköpfige Theaterkollektiv 'Das Manko' besteht seit 2020. Mit vielen der Ensemblemitglieder habe ich bereits gedreht.“ Als das Kollektiv den Wunsch äußerte, seine Arbeit ins Filmische zu übertragen, sei er begeistert gewesen. Der absurd-groteske Humor sei „mutig, eigenwillig und in Deutschland selten“.

Was sagen die Kritiker?

Die „Berliner Morgenpost“ nannte die Serie „die lustigste deutsche Serie seit Jahrzehnten“. Der „Spiegel“ schrieb: „Im deutschen Fernsehen hat man eine solch durchkomponierte Form der Physical Comedy noch nicht gesehen.“ Der Branchendienst „DWDL.de“ rezensierte: „Arne Feldhusens dadaistischer Mix aus Monsieur Hulot und Bernd Stromberg, Themroc und den Teletubbies ist eine Zumutung. Aber sie macht Riesenspaß.“ Das Fachmagazin „epd Film“ lobte: „Geradezu genial in der Abstimmung von Darstellung, Musik (Carsten Meyer) beziehungsweise Sounddesign (Philipp Feit) und Schnitt (Benjamin Ikes) fügen sich die vier Folgen nicht zuletzt durch den von Sophie Rois naturlexikalisch trocken gesprochenen Offkommentar über das Verhalten von Herden zu einer Feier der Inkompetenz.“

Lohnt sich das Anschauen?

Folge eins ist mit Abstand die gelungenste. In brutalistischer Betonarchitektur wird der Büroalltag aufs Korn genommen: Alles ist beige, bitter und boring im Großraumbüro. Niemand spricht. Als plötzlich das Telefon klingelt, erschrickt das Kollektiv fast zu Tode – um Himmels willen, es gäbe nun was zu tun! Dem Schrecken folgt ein Absturz zurück in die Lethargie. Dann verkündet der Chef über die Lautsprecheranlage eine frohe Botschaft: Schnitzeltag! Später wird zusammengequetscht in einem Raum mit Glastür geraucht, was zu ulkigen Verrenkungen führt. In Folge zwei geht es ins Krankenhaus, es gibt eine rasante Jagd mit dem personifizierten Tod. Folge drei spielt in einem Logistikzentrum mit einer fast Brechtschen Musical-Revolution. Folge vier spielt im Himmel, gedreht im Bauhaus-Unesco-Welterbe in Bernau bei Berlin. Als Gastschauspielerin brilliert die Komikerin Anna Mateur als himmlische Schutzengel-Ausbilderin.

Ausstrahlung und Verfügbarkeit

Die Serie ist seit dem 13. Juli im ZDF-Streaming-Portal abrufbar. Eine lineare Ausstrahlung ist für Mitte August geplant, in der Nacht vom 17. auf den 18. August ab 00:15 Uhr.

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