Das Team der Satiresendung „Die Anstalt“ hat die Entscheidung des ZDF, den Rapper Danger Dan und den Pianisten Igor Levit aus der Jubiläumsfolge auszuladen, als unprofessionell kritisiert. Moderator Claus von Wagner sagte in einem Interview mit dem Branchendienst DWDL.de: „Das ZDF hatte lange genug Zeit, sich den Text anzuschauen.“ Der Auftritt war für die 100. Ausgabe der Sendung geplant, die sich mit Radikalisierung und der Wehrhaftigkeit der Demokratie befasst.
Hintergrund der Ausladung
Danger Dan und Igor Levit sollten gemeinsam das Lied „Keine Angst“ präsentieren. Kurz vor der Aufzeichnung entschied das ZDF jedoch, den Auftritt zu streichen. Der Sender begründete dies damit, dass der Liedtext als Aufruf zu Gewalt verstanden werden könne. Von Wagner widerspricht dieser Einschätzung: Weil das Lied „eine Anleitung zum Widerstand gegen rechtsextreme Strukturen und Zeilen enthält, die zur Diskussion einladen“, sei genau dies geplant gewesen. Die Sendung sollte am Dienstagabend ausgestrahlt werden.
Reaktionen des „Anstalt“-Teams
Moderatorin Maike Kühl kündigte an: „Wir werden uns der Leerstelle von Danger Dan und dessen Text stellen.“ Von Wagner ergänzte, es wäre schön gewesen, wenn man dies gemeinsam mit dem Künstler hätte tun können. Das Team werde sich in der Sendung kritisch mit der Ausladung auseinandersetzen.
Einordnung durch das ZDF
Das ZDF kündigte eine Sonderausgabe des Kulturmagazins „Aspekte“ an, die sich heute Abend mit dem Song beschäftigen wird. Text und Aussage erforderten eine gründliche journalistische Einordnung, teilte der Sender mit. Diese wolle man nun in der Sendung am Samstag, den 18. Juli, leisten. Die Entscheidung zur Ausladung bleibt umstritten.



