EU-Reform: Mehr Entschädigung bei Flugverspätungen?
EU-Reform: Mehr Geld bei Flugverspätungen?

Seit mehr als zehn Jahren wird in der Europäischen Union über eine Reform der Fluggastrechte gestritten. Nun läuft eine wichtige Frist ab: Bis zum kommenden Montag um Mitternacht müssen sich EU-Parlament, Kommission und Mitgliedstaaten auf eine Neuregelung einigen. Gelingt dies nicht, ist die Reform gescheitert. Im Kern geht es um die Frage, ab wann und in welcher Höhe Passagiere bei Verspätungen Anspruch auf Entschädigung haben sollen.

Bisherige Regelung

Derzeit haben Verbraucher bei Flugverspätungen ab drei Stunden oder Annullierungen unter bestimmten Umständen Anspruch auf Entschädigung. Die Höhe richtet sich nach der Entfernung: 250 Euro für Kurzstrecken bis 1500 Kilometer, 400 Euro für Mittelstrecken bis 3500 Kilometer und 600 Euro für Langstrecken über 3500 Kilometer. Allerdings muss die Fluggesellschaft nur zahlen, wenn sie selbst die Verspätung zu verantworten hat. Bei außergewöhnlichen Umständen wie Unwettern gibt es keine Entschädigung.

Vorschläge des EU-Parlaments

Die Parlamentarier möchten die Entfernungsstufen beibehalten, aber die Entschädigung auf Kurzstrecken von 250 auf 300 Euro erhöhen. Bei Mittel- und Langstrecken sollen die Beträge unverändert bei 400 beziehungsweise 600 Euro bleiben. Zudem sollen Fluggäste künftig neben einem persönlichen Gegenstand wie einer Laptop-Tasche oder einem Rucksack auch ein Handgepäckstück mit in die Kabine nehmen dürfen. Auch die Wahl zwischen elektronischer und Papier-Bordkarte soll ermöglicht werden.

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Position der Mitgliedstaaten

Die Fluggesellschaften stemmen sich gegen eine Ausweitung der Verbraucherrechte und werden dabei von den Mitgliedstaaten unterstützt. Diese schlugen vor einem Jahr vor, dass Entschädigungen bei Strecken bis 3500 Kilometer erst ab vier Stunden Verspätung und bei Langstrecken ab sechs Stunden gezahlt werden sollten. Bei einem Treffen der EU-Verkehrsminister Anfang dieser Woche brachten Deutschland und Frankreich einen Kompromissvorschlag ein: Einheitlich 250 Euro Entschädigung ab drei Stunden Verspätung sowie die Verpflichtung der Airlines, den Kunden einen Link zur unkomplizierten Beantragung der Entschädigung zu schicken. Dieser Vorschlag fand jedoch keine Mehrheit.

Aktueller Stand

Derzeit laufen informelle Gespräche zwischen den Unterhändlern der Institutionen. Für Montag ist eine weitere offizielle Verhandlungsrunde angesetzt – ein letzter Versuch, doch noch eine Einigung zu erzielen. Sollte dies scheitern, bleibt es vorerst bei den bestehenden Regelungen. Verbraucher müssen dann weiterhin mit den bisherigen Entschädigungssätzen und -bedingungen leben.

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