Hitzewelle in Frankreich: Waldbrand bei Paris – Kernkraftwerke gedrosselt
Hitzewelle: Waldbrand bei Paris – AKW gedrosselt

Frankreich durchlebt die dritte Hitzewelle innerhalb von zwei Monaten mit schwerwiegenden Folgen. Im Wald von Fontainebleau, rund 50 Kilometer südlich von Paris, brach am Sonntag ein Feuer aus, das sich rasch ausbreitete. Die Feuerwehr sprach von einem „sehr heftigen“ Brand mit „außerordentlichem“ Ausmaß. Zwei Löschflugzeuge wurden aus dem Süden Frankreichs angefordert, um die Löscharbeiten zu unterstützen – ein Novum für die Region.

Verkehrsbeeinträchtigungen durch den Brand

Wegen des Feuers musste die Autobahn A6, eine wichtige Verkehrsader in Richtung Süden, teilweise gesperrt werden, wie Verkehrsminister Philippe Tabarot mitteilte. Am ersten Ferienwochenende war auch der Schnellzugverkehr auf der Strecke in den Südosten Frankreichs gestört. Die französische Bahngesellschaft SNCF gab auf ihrer Website an, dass Züge vom und zum Pariser Bahnhof Gare de Lyon Verspätungen von bis zu sechs Stunden hatten.

Der Brand war am späten Sonntagnachmittag nahe der A6 ausgebrochen. Rund 400 Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen. Bis kurz vor 23.00 Uhr hatten sie bereits mehr als 300 Hektar Vegetation zerstört, und das Feuer breitete sich weiter aus, berichtete der stellvertretende Präfekt der Region, Yannis Bouzar, vor Journalisten in Arbonne-la-Forêt im Département Seine-et-Marne.

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Löschflugzeuge aus dem Süden

Aus Bordeaux und Nîmes wurden zwei Löschflugzeuge entsandt, um die Löscharbeiten zu unterstützen. Eric Brocardi von der französischen Feuerwehr-Vereinigung erklärte, es sei das erste Mal, dass Löschflugzeuge aus dem normalerweise trockeneren und heißeren Süden in die Pariser Region geschickt würden. Zudem seien zwei Feuerwehrhubschrauber und ein Überwachungsflugzeug im Einsatz.

Atomkraftwerke betroffen

Wegen der Hitze wurden am Sonntag drei Atomreaktoren vorübergehend heruntergefahren und sieben weitere gedrosselt. Der Kraftwerksbetreiber EDF teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, dass Reaktoren in Golfech an der Garonne, in Bugey an der Rhône und in Chooz an der Meuse abgeschaltet worden seien. Dies diene der Einhaltung der Vorschriften für die Ableitung von Kühlwasser und dem Schutz der Umwelt.

Zusätzlich wurden jeweils zwei Reaktoren in Saint-Alban, Blayais und Bugey sowie einer in Chooz gedrosselt. Ein Reaktor in Tricastin an der Drôme war vorübergehend gedrosselt, läuft aber seit dem späten Nachmittag wieder normal. Mit diesen Maßnahmen soll verhindert werden, dass während der Hitzewelle zu viel warmes Kühlwasser in die ohnehin wärmeren Flüsse abgeleitet wird.

Frankreich verfügt über 57 Atomreaktoren, die rund 70 Prozent des Stroms produzieren. Alle liegen an Flüssen oder am Meer und nutzen das Wasser zur Kühlung. Um Schäden für die Ökosysteme zu begrenzen, legt die Atomaufsichtsbehörde ASNR für jedes Kraftwerk Höchstwerte für die Wassertemperatur fest. EDF ist verpflichtet, die Leistung bei Bedarf zu reduzieren. Bereits während der zweiten Hitzewelle im Juni mussten Reaktoren heruntergefahren werden.

Auswirkungen auf das öffentliche Leben

Die extreme Hitze führt auch zu weiteren Einschränkungen: Der Eiffelturm und der Louvre schließen früher, die Etappe der Tour de France wird verkürzt, und es fahren weniger Fernzüge. Frankreich stellt sich auf die dritte Hitzewelle in Folge ein.

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