Nach einem Bombenalarm beim Berliner Christopher Street Day (CSD) am Samstag hat Mit-Organisator Marcel Voges die Entscheidung getroffen, die Veranstaltung vorzeitig abzubrechen und die rund 75.000 Teilnehmer nach Hause zu schicken. In einem Interview erklärte er, warum er diesen Schritt für notwendig hielt: „Ich wollte alles tun, um Tumulte und Aufregung zu verhindern.“
Bombenalarm löst Evakuierung aus
Gegen 16 Uhr wurde die Polizei über eine mutmaßliche Bombendrohung informiert. Nach einer ersten Gefährdungsanalyse rieten die Beamten den Veranstaltern dringend, die Parade abzubrechen. Voges griff daraufhin zum Mikrofon und verkündete die Absage. „In so einem Moment muss man schnell handeln und gleichzeitig besonnen bleiben“, sagte er. Die Stimmung unter den Teilnehmern sei zunächst von Verunsicherung geprägt gewesen, doch die meisten reagierten verständnisvoll.
Voges: „Kein Risiko eingehen“
Der Organisator betonte, dass es keine Alternative zum Abbruch gegeben habe: „Wir können nicht tausende Menschen in eine potenzielle Gefahr bringen.“ Laut Polizei handelte es sich um eine konkrete Drohung, die sich gegen die Veranstaltung richtete. Die Sicherheitskräfte durchsuchten die Strecke, konnten jedoch keine verdächtigen Gegenstände finden. Dennoch sei die Entscheidung richtig gewesen, so Voges: „Lieber einmal zu viel abgebrochen als einmal zu wenig.“
Reaktionen aus der Community
In den sozialen Medien zeigten sich viele Teilnehmer enttäuscht, aber auch erleichtert über die umsichtige Handlung. „Es war ein Schock, aber wir müssen zusammenstehen“, kommentierte ein Teilnehmer. Der CSD Berlin gilt als eine der größten LGBTQ+-Veranstaltungen in Deutschland. Im vergangenen Jahr zog die Parade rund 400.000 Besucher an. Die Organisatoren hoffen nun, die Veranstaltung zu einem späteren Zeitpunkt nachholen zu können, wobei ein konkreter Termin noch nicht feststeht.
Ermittlungen laufen
Die Polizei hat die Ermittlungen zu der Bombendrohung aufgenommen. Bislang gibt es keine Hinweise auf den oder die Täter. Voges zeigte sich betroffen: „Solche Aktionen treffen nicht nur uns als Organisation, sondern die gesamte queere Community. Wir lassen uns jedoch nicht einschüchtern.“ Der CSD solle weiterhin ein Zeichen für Toleranz und Vielfalt setzen.



