Bei der anhaltenden Hitzewelle hat die Wetterstation in Bad Wörishofen mit 37,3 Grad Celsius einen neuen Temperaturrekord für die Kurstadt im bayerischen Allgäu gemessen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bestätigte die Messung am späten Nachmittag. Damit wurde der bisherige Höchstwert um ein halbes Grad übertroffen. Es handelt sich um den höchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen an diesem Standort.
Die jüngste Hitzewelle hat das öffentliche Leben in der Kneipp-Stadt verändert. Die Stadtverwaltung reagiert mit Hitzeschutzplänen. In öffentlichen Einrichtungen läuft die Klimaanlage seit Tagen ununterbrochen.
Hitzewelle über dem Allgäu
Seit mehreren Tagen liegt über Süddeutschland eine stabile Hochdruckwetterlage. Die Temperaturen klettern täglich über 35 Grad. Nachts sinken die Werte nur auf 20 Grad ab, was es älteren Menschen schwer macht. Das bayerische Landesamt für Gesundheit hat eine Hitzewarnung für die Region herausgegeben. Der DWD spricht von einer „extremen Hitzebelastung“.
Bad Wörishofen ist bekannt für seine Kneipp-Therapien. Die heißen Tage erschweren den Kuralltag. Therapeuten verlegen Termine in die Morgenstunden. Die Innenstadt leidet unter der Hitze, Brunnen in öffentlichen Anlagen werden zum willkommenen Abkühlungsort.
Wenig Regen: Gewitter ziehen meist vorbei
Die Hoffnung auf Entlastung durch Gewitter war bislang vergeblich. Zwar ziehen am Nachmittag einzelne Gewitterzellen auf, doch die Niederschlagsmengen bleiben minimal. Der DWD erklärte, dass nur an wenigen Orten mit nennenswertem Regen zu rechnen sei. Die Trockenheit verschärft die Lage der Landwirtschaft. Die Ernteerträge in der Region Mindelheim sind gefährdet. Die Böden haben auf unter 20 Prozent nutzbare Wasserspeicherung verloren.
Der fehlende Regen hat auch Auswirkungen auf die Vegetation. Der Stadtpark und die Kuranlagen müssen künstlich bewässert werden. Die Stadt hat zurzeit einen Bewässerungsplan für wichtige Grünflächen aufgelegt.
Klimawandel als Treiber
Meteorologen sehen einen klaren Zusammenhang zwischen steigenden Treibhausgasemissionen und häufigeren Extremwettern. In Deutschland hat die Jahresdurchschnittstemperatur seit Messbeginn 1881 um etwa 1,7 Grad Celsius zugenommen. Hitzeperioden wie die aktuelle treten nicht nur häufiger auf, sondern dauern auch länger. Die Hitzetage mit Temperaturen über 30 Grad haben sich gegenüber der vorindustriellen Zeit im Allgäu fast verdoppelt.
Forscher prognostizieren, dass im Jahr 2026 weitere Temperaturrekorde möglich sind. Die städtischen Klimaanlagen werden derzeit auf ihre Kapazität geprüft. In einigen Senioreneinrichtungen wurden mobile Geräte angeschafft.
Verhalten und Empfehlungen
Die Behörden raten Besuchern und Einheimischen, ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen und die Wohnung am Morgen zu lüften. Verkehrsbetriebe kündigen an, die Taktung herunterzukühlen. Die Freibäder haben ihre Öffnungszeiten verlängert. Der Rettungsdienst warnt vor Hitzschlag-Symptomen. Für die Nachtstunden ist mit Tropennächten zu rechnen.
In der nächsten Woche wird die Hitzewelle voraussichtlich anhalten. Einige Wettermodelle signalisieren Gewitter am Freitag, aber die Regenmengen dürften weiter zu gering ausfallen. Die Wassertemperatur in Flüssen und Seen liegt deutlich über dem Durchschnitt. Für Fische besteht teilweise Sauerstoffnot.
Der DWD empfiehlt, die Mittagshitze zu meiden und öffentliche kühle Räume aufzusuchen. Die Stadt Bad Wörishofen hat eine Liste von Abkühlungsorten veröffentlicht, darunter Kirchen, die Therme und klimatisierte Einkaufszentren.
Fazit: Ein Zeichen des Klimawandels
Der neue Temperaturrekord in Bad Wörishofen ist Teil eines Musters. Es sind nicht mehr nur Südeuropa und die Mittelmeerregionen von extremen Hitzewellen betroffen. Auch das Voralpenland wird zur thermischen Problemzone. Der DWD bezeichnet die aktuelle Wetterphase als „statistisch bemerkenswert“ und warnt vor weiterem Anstieg. Für den Tourismus ist die Lage zwiespältig: Während die Thermalgäste die Wärme genießen, leiden viele Einheimische unter den Rahmenbedingungen.
Zusammengefasst: Ein neuer Temperaturrekord, eine anhaltende Hitzewelle und immer trockenere Luftmassen zeichnen das Bild in Bad Wörishofen. Ohne einschneidende Klimaschutzmaßnahmen werden solche Rekorde zur Gewohnheit.



