BTU-Präsidentin Grande verurteilt rechten Brandanschlag in Cottbus scharf
BTU-Präsidentin verurteilt rechten Brandanschlag in Cottbus

Brandanschlag auf Wohnprojekt in Cottbus: Staatsschutz ermittelt

Nach einem mutmaßlich rechtsextremen Brandanschlag auf das alternative Wohnprojekt „Zelle 79“ in Cottbus hat die Präsidentin der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU), Gesine Grande, deutliche Worte gefunden. „Das erschüttert mich, und es macht mich wütend“, sagte Grande der Deutschen Presse-Agentur. „Gewalt und Einschüchterung dürfen in unserer Stadt keinen Platz haben.“ Der Staatsschutz und die Mordkommission ermitteln wegen des Verdachts des versuchten Mordes. Die Polizei geht von zwei Tätern aus dem rechtsextremistischen Spektrum aus. Zudem prüfen die Ermittler eine versuchte Brandstiftung an einem Club, und der Staatsschutz untersucht auch die Zerstörung einer Scheibe an einem Grünen-Büro.

BTU-Präsidentin: Universität steht für Vielfalt und Respekt

Die BTU mit über 45 Prozent internationalen Studierenden stehe für Vielfalt, Respekt und ein wertschätzendes Miteinander, betonte Grande. „Wir solidarisieren uns ausdrücklich mit den Betroffenen und allen in Cottbus, die sich für eine offene, diskriminierungsfreie Stadt einsetzen.“ Sie äußerte zudem Sorge um das Ansehen von Cottbus: „Solche Taten bleiben nicht ohne Folgen. Sie können das Bild unserer Stadt und Region beeinträchtigen und damit auch Menschen verunsichern, die überlegen, hier zu studieren oder zu forschen.“ Die BTU bleibe ein Zuhause für alle Menschen, so die Präsidentin: „Dafür setzen wir uns mit aller Kraft ein.“

Queere Community vor CSD verunsichert

Die Angriffe im Vorfeld des Christopher Street Day (CSD) am kommenden Wochenende verursachen auch in der queeren Community Besorgnis. „Ja, das verunsichert“, sagte CSD-Vorstandsmitglied Christian Müller der dpa. Allerdings sei auch viel Zuspruch und Solidarität zu erleben. Bereits im vergangenen Oktober fand der CSD unter erhöhtem Polizeischutz statt, und es gab Proteste aus der rechtsextremen Szene. „Wir sind vorbereitet auf Gegenaktivitäten und mit der Polizei im Gespräch“, sagte Müller. Im Vorjahr kam es vor dem CSD zu einem Brand vor dem Veranstaltungsort „Regenbogenkombinat“, und Regenbogenfahnen wurden beschädigt.

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Alltag von Unsicherheit geprägt

Die Organisatoren rechnen in diesem Jahr mit 500 Teilnehmern bei der CSD-Demonstration. Sollte eine Störaktion geplant sein, könnten es auch schnell mehr werden, meinte Müller. Er schilderte, die Stimmung unter queeren Menschen in Cottbus sei im Alltag seit langem von Unsicherheit geprägt. Sichtbar queere Menschen gebe es im Stadtbild aus Angst vor Anfeindungen und Gewalt nur wenige. „Wenn du als queer wahrgenommen wirst, ist die Gefahr groß. Die, die sich zeigen, kann man an drei Fingern abzählen“, schilderte Müller. Viele überlegten sich genau, wie sie auftreten würden – selbst kleine Regenbogen-Accessoires am Rucksack würden lieber weggelassen.

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