CSD-Anschlag in Berlin: Wie der Attentäter die Sicherheitslücke nutzte
CSD-Anschlag: Attentäter nutzte Sicherheitslücke

Am vergangenen Wochenende ereignete sich während des Christopher Street Days in Berlin ein schwerer Anschlag. Ein Anhänger der Terrororganisation IS steuerte einen Transporter in den Tiergarten, tötete eine 34-jährige Frau und verletzte 29 weitere Menschen. Trotz massiver Sicherheitsvorkehrungen mit 2200 Polizisten, Hunderten Pollern und weiträumigen Straßensperrungen gelang es dem Täter, in das abgesperrte Gebiet einzudringen. Wie BILD unter Berufung auf Polizeikreise berichtet, nutzte der Attentäter offenbar eine zeitliche Lücke beim Abbau der Absperrungen nach dem Ende der Parade.

Die Sicherheitszone rund um den CSD

Die Berliner Polizei hatte im Vorfeld der Veranstaltung ein umfangreiches Sicherheitskonzept erstellt. Rund 2200 Beamte waren im Einsatz, um die mehr als 500.000 Besucher zu schützen. Schwere Betonpoller und mobile Sperren blockierten die Zufahrtsstraßen zum Tiergarten und zum Siegessäulen-Gelände. BILD-Reporter berichteten, dass die Absperrungen bis in den späten Nachmittag hinein dicht waren. Doch trotz dieser Maßnahmen fand der Attentäter eine Schwachstelle: Nach dem offiziellen Ende der CSD-Parade begann die Polizei nach und nach mit dem Rückbau der Absperrungen. In diesem Moment nutzte der Täter die Gelegenheit, um mit seinem gemieteten Transporter durch eine noch nicht wieder geschlossene Lücke zu fahren.

Beobachtungen von BILD-Reportern vor Ort

BILD-Reporter, die sich kurz vor der Tat in der Nähe des Brandenburger Tors aufhielten, schilderten eine unübersichtliche Situation. Gegen 18:30 Uhr habe die Polizei begonnen, erste Poller zu entfernen. Nur wenige Minuten später sei der Transporter plötzlich aufgetaucht und mit hoher Geschwindigkeit in die Menschenmenge gerast. Die Beamten seien überrascht gewesen und hätten sofort reagiert, den Täter aber nicht mehr aufhalten können. Der Fahrer wurde noch am Tatort festgenommen. Laut Polizei handelt es sich um einen 27-jährigen Syrer, der bereits wegen Kontakten zur IS-Szene bekannt war. Die Ermittler prüfen nun, ob der Abbau der Sperren zu früh erfolgte und ob es konkrete Hinweise auf den Anschlag gab.

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Ermittlungen zu den genauen Umständen

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Frage, warum die Absperrungen bereits vor dem endgültigen Abzug der Menschenmengen abgebaut wurden. Ein Sprecher der Polizei erklärte, dass die Sicherheitskräfte den Abbau routinemäßig nach dem Ende der Parade begonnen hätten, da die Hauptgefahr während des Aufzugs bestanden habe. Der Anschlag zeige jedoch, dass die Gefährdungslage auch nach offiziellen Ende bestehen bleibe. Die Polizei kündigte eine Überprüfung der Sicherheitskonzepte für künftige Großveranstaltungen an. BILD zufolge soll der Attentäter gezielt auf die Lücke gewartet haben, die nur wenige Minuten bestand.

Reaktionen und Folgen

Die verletzten 29 Personen befinden sich in Krankenhäusern, mehrere von ihnen schweben in Lebensgefahr. Die getötete Frau war eine 34-jährige Mutter aus Berlin. Der Anschlag löste bundesweit Bestürzung aus. Politiker aller Parteien verurteilten die Tat und sprachen den Opfern ihr Mitgefühl aus. Bundeskanzler Scholz nannte den Anschlag einen feigen Terrorangriff auf unsere offene Gesellschaft. In Berlin wurden die Sicherheitsvorkehrungen für kommende Demonstrationen und Großveranstaltungen verschärft. Die Debatte über den richtigen Zeitpunkt des Abbaus von Absperrungen wird nun intensiv geführt. Laut einem Sicherheitsexperten könnte künftig ein gestaffelter Rückbau oder eine längere Aufrechterhaltung der Sperren erforderlich sein, um ähnliche Lücken zu vermeiden.

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